Briefzusteller streiken bundesweit – auch Mittelfranken ist betroffen

Nürnberg – In Nürnberg und Umgebung bleiben heute viele Briefkästen leer. Grund dafür ist ein Streik von hunderten Briefträgern der Deutschen Post. In Nürnberg versammelten sich heute Morgen die Streikenden am Kornmarkt. Sie demonstrierten für höhere Gehälter. Aber auch Fürth, Schwabach, Forchheim und Neuendettelsau sind von den Streiks betroffen. Insgesamt seien etwa 500 Briefzusteller aus der Region dem Aufruf zum Warnstreiks gefolgt. Nach Verdi-Angaben bleiben heute bundesweit Millionen Briefe und Pakete liegen.

 

Die Gewerkschaft fordert mehr Gehalt

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die rund 132 000 Tarifbeschäftigten sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber ein Plus von 140 Euro im Monat. Auch Auszubildende sollen monatlich 65 Euro mehr bekommen. Die Post hat noch kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft begründet die Streiks damit, dass die Post in ihrer Bilanz hohe Gewinne ausgewiesen hat. „Die Verärgerung der Postzusteller ist sehr groß“, sagte der Landesfachbereichsleiter Postdienste von Verdi Bayern, Anton Hirtreiter. Viele arbeiteten bis an die Belastungsgrenze und wollten dafür auch an Gewinnsteigerungen des Unternehmens angemessen beteiligt werden.

 

Weitere Streiks geplant

Ein Konzernsprecher hatte die Proteste im Vorfeld kritisiert, da man sie für unnötig halte. Die Gespräche seien sachlich gewesen. Die zweite Verhandlungsrunde im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft und der Post blieb ohne Ergebnis. Am 25. April wollen die Parteien erneut verhandeln, bis dahin kann es weitere Warnstreiks geben. Heute begannen die Streiks der Briefzusteller in insgesamt 17 Städten und Regionen.

 

Quelle: dpa