Erneute Proteste gegen Stromtrasse

Nürnberg – Rund 2000 Gegner der geplanten Stromtrasse von Sachsen-Anhalt nach Augsburg haben heute in Nürnberg gegen das Vorhaben protestiert. Zu der Demonstration hatten zahlreiche Bürgerinitiativen aufgerufen, viele der Teilnehmer nahmen eine weite Anreise auf sich.

 

 

«Es ist nicht irgendeine Stromtrasse, wie wir sie kennen. Sondern es ist eine Monstertrasse ungeahnten Ausmaßes», sagte Markus Bieswanger von der Initiative «Pegnitz unter Strom». Die Gegner fürchteten um Umwelt und Landschaftsbild, die Gesundheit der Anwohner und Wertminderung ihres Grundbesitzes.

 

Werner Merkel von der Bürgerinitiative Nürnberger Land Süd kritisierte: «Man überlässt einem profitorientierten Privatunternehmen die Entwicklung ganzer Regionen.» Die Stromautobahn würde Naherholungsgebiete zerstören, den Tourismus schwächen und den Bevölkerungsschwund in ländlichen Gegenden verstärken.

 

Der Netzbetreiber Amprion plant eine 450 Kilometer lange Gleichstromtrasse von Sachsen-Anhalt nach Augsburg. Damit soll nach der Abschaltung des Atomkraftwerks Gundremmingen (Landkreis Günzburg) der Süden Bayerns mit Strom aus dem Norden versorgt werden. Aus Angst vor einer Verschandelung der Landschaft, Gesundheitsgefahren und Wertverlust von Immobilien haben sich inzwischen zahlreiche Bürgerinitiativen gebildet, die den Bau verhindern wollen. Nach Polizeiangaben nahmen rund 2000 Bürger an der Demonstration teil.

 

 

Mehr zu der Demonstration in der Nürnberger Innenstadt sehen Sie am Montag ab 18 Uhr in unserem Nachrichtenmagazin Guten Abend Franken.