Erst grüne Dürer-Hasen – jetzt Kaspar Hauser

Seit heute bevölkern 150 Kaspar-Hauser-Figuren die Ansbacher Skulpturenmeile. Schöpfer der Freiluft-Ausstellung: Ottmar Hörl, Künstler und Präsident der Nürnberger Kunstakademie, der in der Noris bereits mit grünen Dürer-Hasen für Aufsehen gesorgt hat. 

Rund 1,10 Meter hoch sind sie – die anthrazitfarbenen Skulpturen aus Kunststoff, die allein oder in Grüppchen aufgestellt in Ansbach zu sehen sind.  Die Figuren zeigen Kaspar Hauser in Frack und mit Zylinder, die Arme verschränkt, den Blick auf Notenständer gerichtet. Diese dienen als Ausstellungsfläche für rund 30 Aquarelle, die Hauser in seinem kurzen Leben gemalt hat. Bei der Durchsicht der Bilder sei er von deren Qualität überrascht gewesen, so Ottmar Hörl. Das wohl berühmteste Findelkind der Welt wäre wahrscheinlich auch an der Nürnberger Kunstakademie aufgenommen worden. Hauser war Mitte des 19. Jahrhunderts in Franken aufgetaucht und hatte internationales Aufsehen erregt. Er gab an, seit frühester Kindheit in einem dunklen Verlies ohne Kontakt zur Außenwelt gelebt zu haben. Bis zum 27. Oktober will Hörl mit der Ausstellung auf die kaum bekannte künstlerischen Seite Kaspar Hausers aufmerksam machen. Die Ansbacher Skulpturenmeile findet alle zwei Jahre statt.