Fehler auf Gedenktafeln für NSU-Opfer

Nürnberg – Im April 2012 hatten sich die Oberbürgermeister der Städte der NSU-Opfern darauf verständigt, Gedenktafeln aufzustellen um an die schrecklichen rechtsextremistischen Morde der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ zu erinnern. Die Gedenktafeln sollten so schnell wie möglich angefertigt und aufgestellt werden. Dabei ist allerdings in mindestens zwei Städten ein fataler Fehler passiert.

 

Falsches Datum zieht sich durch alle Vorgänge

Bereits im Ursprungstext für die Tafeln, der von der Stadt Kassel vorgeschlagen wurde, ist ein Todesdatum fehlerhaft. Seitdem zieht sich der Fehler durch alle Akten. Das Datum wurde von den Städten Dortmund und Nürnberg ohne Überprüfung übernommen. Bei dem Datenfehler an den zwei Gedenktafeln handelt es sich um das Todesdatum von Ismail Yasar. Dieser wurde nicht am 5. Juni, sondern am 9. Juni 2005 von dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ in Nürnberg getötet.

 

Der Stadt Nürnberg ist der Fehler erst einmal aber nicht aufgefallen. Das Mahnmal wurde fehlerhaft am 21. März 2013 am Ausgang der Straße der Menschenrechte aufgestellt. Seit dieser Einweihung ist der Fehler bis zur Entdeckung der falschen Daten gestern in Dortmund niemanden aufgefallen. Nürnberg bedauere das Missgeschick und will das fehlerhafte Todesdatum so schnell wie möglich ausbessern.

 

 

Zweiter Datenfehler in Dortmund

In Dortmund ist außerdem das Todesdatum des Blumenhändler Enver Simsek falsch eingraviert worden. Er starb nicht am 11. November 2000, sondern am 11. September 2000 in Nürnberg. An diesem falschen Todesdatum war die Stadt Dortmund vermutlich aber alleine Schuld. Es habe offensichtlich einen Übertragungsfehler gegeben, hieß es in einem Schreiben des Dortmunder Oberbürgermeisters Ullrich Siernau heute.

 

Die Gedenktafel in Dortmund wurde erst am vergangen Samstag eingeweiht. Siernau entschuldigte sich heute schriftlich bei den Angehörigen. Ein Steinmetz sei bereits dabei, die Daten auszubessern. Die Fehler sollen bis Freitag korrigiert sein.

 

Quelle: dpa