Freisprechung Maler- und Lackierer-Innung Nürnberg

Am 14. September 2015 lud die Maler- und Lackiererinnung Nürnberg zur feierlichen Übergabe der Prüfungszeugnisse der Maler- und Lackierergesellen sowie der Übergabe der Abschlusszeugnisse für die Bauten- und Objektbeschichter ein.

 

Im Hans-Sachs-Saal der Handwerkskammer Mittelfranken empfingen 38 junge Menschen den Gesellenbrief für Maler und Lackierer. Sieben weitere wurden an diesem Abend zum Bauten- und Objektbeschichter. Zu den besonderen Ehrengästen zählten Christian von Griesheim, Busch & Co., Dr. Wolfgang Setzler, Institutsleiter des Institutes für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing sowie Günther Beck von PROSOL Lacke + Farben GmbH.

Nach einer Begrüßung von Obermeister Thomas Back, beglückte Christian Sendelbeck, Vizepräsident der Handwerkskammer Mittelfranken, die zu Ehrenden für die Wahl eines „abwechslungsreichen und zukunftssicheren Jobs“. Zum Thema machte er sich den Rückblick auf die dreijährige Ausbildungsphase und endete mit einer inständigen Bitte: „Behalten Sie die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Auge. Das Handwerk ist aktuell in einem schnellen Wandel begriffen, gerade was zum Beispiel das Thema Umweltschutz anbelangt. Und bitte bleiben Sie dem Handwerk treu“.

Verleihung der Gesellenbriefe

Die Übergabe der Urkunden teilten sich Ralf Bauer, Lehrlingswart der Maler- und Lackiererinnung Nürnberg sowie Günther Federl, Ausbilder der Handwerkskammer Nürnberg. Bauers Ansprache beinhaltete ebenfalls den Aspekt des „Dazulernens“ jedoch fiel seine Rede durch die gemeinsam verbrachte Zeit mit den Azubis sehr emotional aus. Stolz verkündete er: „Wenn Ihr euch im Arbeitsleben so verhaltet wie in der Prüfung, habe ich für meine Rente keine Sorge.“ Er blickte zurück auf die Zeit, in der er diese Jugendlichen auf dem Weg zu jungen Erwachsenen begleitet hat. Seine Rede endete mit den Worten: „Schade, dass Ihr nächstes Jahr nicht noch mal kommt.“

 

Besondere Ehrung

Für die besonders vorbildliche Führung des Berichtsheftes wurden ausgezeichnet: Juri Kurzwarth und Elisabeth Dotterweich seitens der Maler und Lackierer sowie Heidi Dlouhy der Bauten- und Objektbeschichter. Diese Auszeichnung hat einen besonderen Stellenwert im Handwerk. Auch sauberes Arbeiten und gute Noten sind entscheidend, wer sich über drei Jahre hinweg bemüht, kann zunächst im Bezirk Mittelfranken eine Auszeichnung im Kampf der einzelnen Innungen erreichen und zuletzt sogar bei der Weltmeisterschaft als bester Nachwuchsgeselle ausgezeichnet werden.

Markenwerte und persönliche Werte

Nach der Übergabe der Prüfungszeugnisse folgte ein Vortrag von Dr. Wolfgang Setzler, Institutsleiter des Institutes für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing. Er selbst erinnerte sich an seine Freisprechungsfeier 1968 und stieg mit provokanten Fragen in sein Thema ein: „Ist nur noch die Nutzung eines Raumes entscheidend? Das Pflegeleichte? Wo ist die Farbe? Die einzige Farbe kommt in diesem Raum heute: von den jungen Menschen, die mit Stolz ihre Gesellenbriefe abholten. Da bin ich ebenfalls stolz ein Maler und Lackierer zu sein.“ Im Folgenden sprach er, ausgehend von seinem Buch „Die Marke bin ich“, über Markenwerte, die auch hinsichtlich der Zukunft im Handwerk eine entscheidende Rolle spielen. Sein Fazit: „Wenn der Beruf des Malers gleichgesetzt wird mit Lebensraumgestaltung, dann haben wir es geschafft. Nürnberg soll nicht nur als Stadt der Denker, als Stadt der Historie, sondern auch als Stadt der Maler bekannt werden.“

 

Azubis gefragt

Fachkräftemangel ist gerade im Bereich des Handwerks eine große Aufgabe. Dabei ist der Beruf des Malers und Lackierers längst nicht mehr körperlich so belastend, wie er es in früheren Jahren war. Ein Arbeiten bis zum Rentenalter ist problemlos möglich. Die Maler- und Lackiererinnung Nürnberg stellt sich dem Problem des Nachwuchsmangels und hat bereits Konzepte zur Auszubildendengewinnung. Verstärkte Präsenz in den modernen Medien sowie intensive Persönlichkeitsarbeit in den Betrieben sollen künftig den Berufsstand noch attraktiver machen. Während der dreijährigen Ausbildungsphase sollen die heranreifenden Erwachsenen begleitet werden, beruflich mit Fachwissen aber auch im zwischenmenschlichen Bereich. Christian von Griesheim erwähnte, dass bereits erste Erfolge zu feiern sind. Inzwischen ist der Meister gleichwertig mit einem Bachelorabschluss und befähigt somit direkt zum Einstieg in einen Masterstudiengang.

Adieu Männerdomäne

Von insgesamt 45 Maler- und Lackierergesellen sowie Bauten- und Objektbeschichtern wurden elf jungen Damen die Prüfungszeugnisse überreicht. Die Zahl der Frauen in der jahrelang männerdominierten Branche steigt sehr zur Freude der Ausbilder. Ralf Bauer, Lehrlingswart der Innung, bestätigt, dass gerade weibliche Auszubildende sehr akkurat arbeiten, eine schnelle Auffassungsgabe haben und auch im Umgang mit Kunden eine hohe Affinität aufweisen. Die Unterschiede zeigten sich auch in den Prüfungen. Frauen neigen zu knalligeren Farbstilen.

Die Zukunft im Blick

Der Abend endete mit einem geselligen Beisammensein im Foyer des Hans-Sachs-Saals. Bei Häppchen und Getränken fand ein reger Austausch zwischen Gesellen und Meistern statt, bei dem es nicht selten um die gemeinsame Zukunft im Betrieb ging.