Heirat an ungewöhnlichen Orten boomt – auch in Nürnberg

Die einen wollen ganz nach oben, die anderen mögen es kulturell hochwertig: Immer mehr Paare geben sich nicht mehr im Standesamt das Ja-Wort. Sondern zum Beispiel auf der Zugspitze, dem höchstem Punkt Deutschlands. Oder prunkvoll in der Nürnberger Kaiserburg. 

Die Stadt Nürnberg bietet Heiratswilligen darüber hinaus aber auch noch andere Möglichkeiten an, an einem besonderen Ort Mann und Frau zu werden. Neben der Burg seien auch das Tucher- oder das Pellerschloss «der Hit», so Standesamtsleiter Reinhold Vogt. Die Nachfrage nach den herrschaftlichen, aber auch nach ganz anderen Orten nehme zu. «Es gibt die skurrilsten Wünsche. Mich wundert es, dass noch keiner nach den Lochgefängnissen gefragt hat.» Obwohl seit einigen Jahren auch die Trauung unter freiem Himmel in Bayern erlaubt ist, lehnt Vogt solche Termine ab, weil das Wetter zu unsicher sei. Der Nürnberger Fernsehturm wäre zwar überdacht, ist dafür aber nicht zugelassen. 

In Deutschland hatte vor etwa vier Jahren die Änderung des Personenstandsrechts größere Freiheiten bei der Trauung ermöglicht. Davor konnte sie in aller Regel nur im Standesamt stattfinden. 

Auch im Ausland boomt das Heiraten an herausragenden Orten: In Venedig als Stadt der Verliebten oder auf der Skaligerburg von Malcesine am Gardasee. Deutsche, aber auch Schotten lieben dieses Ambiente. In Australien kommen Japaner, um in Kirchen in Weiß zu «heiraten». Formal sei das zwar keine kirchliche Trauung, aber die Zeremonie fasziniere die Menschen aus Japan, sagt ein Küster in der anglikanischen St. John’s Cathedral in Brisbane. Er wacht am Eingang, damit nicht Touristen in Flipflops die Feier stören.