Hinrunde ohne Sieg – Club mit Negativrekord

Nürnberg geht als erstes siegloses Team in einer Bundesliga-Hinrunde in die Analen ein. Doch beim 0:0 gegen Schalke 04 spielte der Club recht guten Fußball. Bei Schalke hält die Diskussion über Trainer Jens Keller an. Der Coach fehlte wegen einer Magen-Darm-Grippe. Fraglich ist auch, wie lange es nach diesem Negativrekord noch dauert, bis auch in Nürnberg wieder Trainerspekulationen losgehen.

 

Nürnberg (dpa) – Der 1. FC Nürnberg hat die Hinrunde in der Fußball-Bundesliga als erstes Team ohne Sieg abgeschlossen. Durch das 0:0 gegen Schalke 04 am Samstag sorgten die Franken jedoch dafür, dass die Trainerdiskussion bei den Gelsenkirchenern weiter anhält. Womöglich bereits am Sonntag will der Verein über den Verbleib von Coach Jens Keller entscheiden, der zum Hinrundenabschluss nicht auf der Bank saß: Der 43-Jährige musste wegen einer hartnäckigen Magen-Darm-Grippe auf dem Hotelzimmer bleiben und wurde von Assistent Peter Herrmann vertreten.

Im Kampf um den ersehnten ersten Saisonsieg rackerte der FCN die Gäste regelrecht nieder, vergab aber zahlreiche Chancen und den Sieg. «Wir müssen auch mal ein Tor schießen«, meinte Trainer Gertjan Verbeek. «Uns fehlt auch das Glück. Aber wir machen Fortschritte.»

Schon die erste Viertelstunde gehörte allein den Nürnbergern. Der starke Hiroshi Kiyotake überzeugte als Spielmacher, nicht aber als Vollstrecker. Nach drei Minuten scheiterte der Japaner frei stehend vor Schalkes Torwart Fährmann, kurz darauf zielte Kiyotake nach einem Dribbling vom rechten Strafraumeck knapp neben das Tor (23.). Auch Daniel Ginczek (10.) vergab gleich in der Anfangsphase.

Von den ersten Misserfolgen im gegnerischen Strafraum ließen sich die Nürnberger aber nicht beirren, sondern drängten weiter mit allen Mitteln auf die Führung. Hochmotiviert schmissen sich die Franken in jeden Zweikampf und kamen immer wieder zu Torabschlüssen. Nach Makoto Hasebes (31.) abgewehrtem Schuss sorgte das Abseitstor von Josip Drmic (35.) für jede Menge Aufregung, aber wieder nicht für Jubel.

Die Schalker enttäuschten vor allem in der ersten Halbzeit auf ganzer Linie. Ohne Vorwärtsdrang und hinten mit vielen Lücken war der Champions-League-Achtelfinalist den abstiegsgefährdeten Gastgebern deutlich unterlegen. Bis auf zwei Verzweiflungsschüsse von Jermaine Jones (29.) und Roman Neustädter (42.) ging im Gelsenkirchener Angriff gar nichts, obendrein verletzte sich Christian Fuchs vor 42 687 Zuschauern am Knie und musste schon früh ausgewechselt werden.

Auch in Hälfte zwei schaffte es das Millionen-Ensemble lange nicht, die spielerischen Qualitäten von Jefferson Farfan & Co. in Szene zu setzen. Stattdessen liefen die Nürnberger – zuletzt mit drei Heimsiegen gegen S04 in Serie – zunehmend verzweifelter an. Nach Kiyotakes raffinierter Hereingabe tauchte kurz nach Wiederanpfiff erneut Drmic allein vor Fährmann auf (55.), doch Schalkes Schlussmann klärte in höchster Not mit einer Fußabwehr. Vier Minuten später flog ein Distanzschuss des Schweizer Stürmers knapp links vorbei. Die größte aller Chancen vergab der FCN eine knappe Viertelstunde vor Schluss, als Verteidiger Per Nilsson aus zehn Metern an die Latte köpfte. Vorausgegangen war eine weite Flanke von Kiyotake.

Abschließend über die Hinrunde ist zu sagen: wenn es eine Mannschaft in 17 Spieltagen nicht schafft einen Sieg einzufahren, dann wird der Klassenerhalt sehr unwahrscheinlich. Egal wie oft der Trainer die gute Form seiner Mannschaft betont. Im Fußball sind es die Tore die zählen.