Historischer Sieg: Ice Tigers schlagen Augsburger Panther mit 10:2!

Nürnberg / Augsburg – Es ist der höchste Auswärtssieg in der Nürnberger DEL-Geschichte. Die Ice Tigers zerlegen die Augsburger Panther mit einem 10:2 förmlich in ihre Einzelteile. „Für uns ist das natürlich ein guter Sieg vor der Pause“, so Tiger-Trainer Martin Jiranek.

 

Von Beginn an ließen die Tiger keine Zweifel daran aufkommen, dass die drei Punkte den Weg nach Nürnberg antreten würden. Nach 90 Sekunden hatte Patrick Reimer die erste Möglichkeit, als er vor dem Tor stehend an den Abpraller nach einem Reinprecht-Schuss kam, Augsburgs Torhüter Markus Keller aber gleich zweimal nicht überwinden konnte. Die erste Unterzahlsituation überstanden die Ice Tigers schadlos und gingen in der 8. Minute völlig verdient in Führung. Marco Nowak leitete den Konter ein, indem er sich im Zweikampf im eigenen Drittel durchsetzte. Jason Jaspers fuhr schließlich mit der Scheibe ins Augsburger Drittel. Vor dem Tor wurde sie wohl von einem Augsburger Verteidiger abgelenkt und rutschte zur 1:0-Führung über die Linie. Erst danach kamen die Hausherren zu ihren ersten Möglichkeiten. Erst scheiterte James Bettauer an Andreas Jenike, dann wurde Spencer Machacek noch entscheidend von David Printz am Abschluss gehindert (9.). Es war eines der wenigen Augsburger Ausrufezeichen, denn ansonsten spielten praktisch nur die Ice Tigers. Derek Joslin zog nach einem gewonnenen Bully im Angriffsdrittel direkt ab (13.), Connor James scheiterte freistehend vor Keller aus der Drehung (14.). Als Augsburgs Ivan Ciernik in der 19. Minute auf der Strafbank saß, schlugen die Ice Tigers aber zum zweiten Mal zu. Corey Locke passte den Puck an die blaue Linie, Kyle Klubertanz zog direkt ab, Keller ließ abprallen, Leo Pföderl setzte nach und drückte den Puck zum 2:0 über die Linie.

 

Es war eine völlig verdiente Führung, die Ice Tigers brachten sich vor Drittelende aber noch einmal selbst in Gefahr. Nach einer Strafe gegen Patrick Buzas 20 Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts dauerte es nur 15 Sekunden, ehe Augsburg über Adrian Grygiel sein erstes Tor erzielte. Grygiel zog ab, Jenike parierte zwar, der Puck traf aber den Rücken von Marco Nowak und rutschte über die Linie – nur noch 2:1. Im zweiten Drittel knöpften die Ice Tigers aber sofort an ihrer Vorstellung aus dem ersten Drittel an und setzten Augsburg weiter unter Druck. Die teilweise hoffnungslos überforderten Panther konnten nur mit ansehen, wie die Ice Tigers beinahe nach Belieben kombinierten und über Patrick Reimer und Kyle Klubertanz zu den nächsten Chancen kamen. Das nächste Tor fiel aber „erst“ in der 24. Minute. Augsburgs Torhüter Markus Keller wagte einen Ausflug hinter sein Tor, verlor aber die Scheibe an Patrick Reimer, der blitschnell quer vors Tor spielte, wo Steven Reinprecht aus der Drehung das 3:1 für seine Farben erzielte. In trockenen Tüchern war das Spiel aber noch lange nicht, denn Augsburg verkürzte in der 30. Minute noch einmal auf 3:2. Die Ice Tigers hatten gerade eine Unterzahlsituation überstanden, da traf T.J. Trevelyan mit einem flachen Handgelenkschuss durch Jenikes Schoner.

 

Bis zu diesem Zeitpunkt war das Spiel offen, obwohl die Ice Tigers in allen Belangen haushoch überlegen waren. Die entscheidende Szene ereignete sich allerdings in der 39. Minute. Augsburgs Greg Moore fuhr Alexander Oblinger mit dem Knie von hinten in die Beine und musste dafür vorzeitig zum Duschen. Die fünfminütige Überzahlsituation nutzten die Ice Tigers, die wie entfesselt auftraten, gnadenlos aus. Noch vor Ende des zweiten Drittels fälschte Steven Reinprecht einen Reimer-Schlagschuss zum 4:2 ab. Nach Wiederbeginn machten die Ice Tigers den Sack endgültig zu. Im letzten Drittel waren gerade einmal 19 Sekunden gespielt, da vollendete Yasin Ehliz die schönste Kombination des Abends zum 5:2. Nur 39 Sekunden danach stocherte Steven Reinprecht einen Abpraller zum 6:2 über die Linie und komplettierte seinen Hattrick. Doch damit noch nicht genug: Alexander Oblinger fälschte einen Klubertanz-Schlenzer unhaltbar zum 7:2 ab.

 

Bei den Augsburger Panthern brachen nun alle Dämme, Dan DaSilva ließ seinem Frust freien Lauf und musste wegen eines Stockstichs auf die Strafbank. Die doppelte Überzahlsituation nutzten die Ice Tigers in Person von Jason Jaspers zum 8:2 aus und bekamen kurz darauf noch einmal zu einer 5:3-Überzahlsituation. Auch diese wurde eiskalt ausgenutzt, Evan Kaufmann traf nach feiner Vorarbeit zum 9:2. Die Nürnberger Fans feierten enthusiastisch und forderten den zehnten Treffer. Diese fiel in der 51. Minute. Wieder war es Evan Kaufmann, der eine Hereingabe von Connor James zum 10:2 über die Linie brachte. Es war gleichzeitig auch der Endstand in einer historischen Partie.