Corona-Sommerwelle in Franken: Auswirkungen auf die Region

Seit den letzten Wochen und Monaten schnellen die Corona-Zahlen wieder stark nach oben – bundesweit und auch in Mittelfranken. Die vorherrschende Virus-Variante: Omikron. Mutmaßliche Gründe, warum die Infektionszahlen trotz Hitze und hoher Impfquoten steigen, gibt es verschiedene: ausgelaufene Schutzmaßnahmen, höchst ansteckende Omikron-Varianten, die starke Mobilität der Menschen oder auch die nachlassende Immunität. Wir haben mit Ärzten der Region über die aktuelle Corona-Situation in Mittelfranken gesprochen. 

Hohe Corona-Inzidenzen in Mittelfranken  

Besonders im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es momentan viele Corona-Infektionen – die 7-Tages-Inzidenz liegt hier bei knapp 1.300. Im Nürnberger Land und im Landkreis Fürth liegt sie zwischen 700 und 800. Die aktuelle Lage ist auch in den Kliniken der Region spürbar.  

Dr. Manfred Wagner – Ärztlicher Direktor Klinikum Fürth: Mittlerweile sind wieder viele Covid-Patienten bei uns in der Klinik, unsere Corona-Station ist voll

Trotz steigender Corona-Infektionen seien die meisten Corona-Verläufe laut Wagner mild – ins Krankenhaus kämen Personen vor allem wegen Vorerkrankungen. Die hohen Inzidenzen erklärt sich der ärztliche Direktor unter anderem durch die weggefallenen Schutzmaßnahmen und stattfindende Großveranstaltungen. 

Zwischen verschiedenen Subvarianten von Omikron unterscheidet das Klinikum Fürth nicht – Grund seien die ähnlichen Krankheitsverläufe. Doch für den Lungenspezialisten Joachim Ficker vom Klinikum Nürnberg gibt es hier wesentliche Unterschiede, die Doppelansteckungen innerhalb kürzester Zeit ermöglichen. Mit Blick in Richtung Zukunft rechnen beide Kliniken weiter mit ansteigenden Corona-Zahlen.  

Dr. Manfred Wagner – Ärztlicher Direktor Klinikum Fürth: Stand heute würde ich die Coronawelle aufgrund der meist milden Krankheitsverläufe laufen lassen und im Herbst neu überlegen

Auch wenn Schutzmaßnahmen gegen eine Corona-Infektion momentan weitestgehend freiwillig sind – Gerade für ältere und vorerkrankte Personen raten die Ärzte der Region: Hygiene, Maske und eventuell eine zweite Booster-Impfung.