Landkreismagazin Nürnberger Land – Stadt Land Leben: Museumsrundgang – vom Neandertalerzahn bis zur Dampfmaschine

Im Nürnberger Land gibt es über 20 Museen! Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, nehmen wir Sie heute mit auf einen Museumsrundgang.

Redakteurin Amelie Pruy stellt Ihnen vier der Museen und Ihre Highlights vor. Zuerst geht es in das Größte: Das  Industriemuseum in Lauf. Das zeigt den Besuchern in 14 Gebäuden auf 6 tausend Quadratmetern verteilt, Leben und Arbeiten im Industriezeitalter – Vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Im Museum steht vieles sogar am originalen Standort. Das Ziel: Einen authentischen Eindruck der Arbeitsbedingungen vor rund 30-40 Jahren erleben. Eines der Museums-Highlights ist die alte Ventilfabrik, denn hier wurde sogar noch bis 1991 gearbeitet. Das zweite Highlight ist nur eine Halle weiter und auch das größte Exponat: Die Dampfmaschine. Besonders nicht nur wegen der Größe, sondern auch weil sie eine lange Laufzeit hatte. Sie wurde ab 1902 knapp 80 Jahre betrieben. 

Als nächstes geht es in den Urzeitbahnhof in Hartmannshof. Dort liegt ein besonderer Schatz: Der Backenzahn eines Neandertalers. Der Backenzahn ist rund 60 Tausend Jahre alt und nur eines der Ausstellungsstücke im Urzeitbahnhof in Hartmannshof. Zu finden im ersten Stock mit anderen Exponaten der Ausgrabungsstätte: Der Höhlenruine von Hunas. Sie wurde 1956 vom Erlanger Universitätsprofessor Florian Heller entdeckt. Insgesamt wurden dort Reste von rund 140 Tierarten entdeckt. Darunter Funde von Waldnashörnern oder Makaken – Die sind eigentlich in einem Klima wie heute in Nordafrika zu finden. Das Dachgeschoss widmet sich der archäologischen Kleinregion Hartmannshof – aus über 500 Fundstellen.

Das nächste Museum in Hersbruck ist das Einzige im deutschsprachigen Raum, in dem es um einen der ältesten Berufe der Menschheit geht. Das Deutsche Hirtenmuseum in Hersbruck zeigt sowohl die fränkische, als auch die internationale Hirtenkultur. In der Abteilung Hirtenwesen befindet sich die frankenweit einzige Sammlung von Schellenbögen. Im Museum sind weit mehr als 200 davon ausgestellt. Alle sind Unikate und mit Ölfarbe handbemalt. Das Hirtenwesen begrenzt sich nicht nur auf Deutschland, sondern gilt auch für die Massai, die Inuit oder ungarische Pferdehirten. Ein Unterschied, den man nicht nur an der unterschiedlichen Kluft sehen kann, sondern vor allem auch in den Rufen hören kann. Denn im Museum gibt es einen Aufstellern mit mehreren Musikproben. All das zeigt das Museum kindergerecht immer von Freitag bis Sonntag.

Zuletzt geht es zum Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum in Feucht! Ein Meilenstein in der Geschichte der Raketentechnik ist die Kegeldüse von Pionier Hermann Oberth. Wegen ihm wurde das Raumfahrtmuseum auch in Feucht gegründet. Das Museum deckt eine breite Zeitspanne ab: Von der frühen Geschichte der Raumfahrt über den zweiten Weltkrieg und die Apollo bis heute. Neben der Kegeldüse hat Museumsleiter Karlheinz Rohwild noch andere Highlights für die Besucher. Auch die dazugehörigen Zeichnungen sind im Museum ausgestellt. Ab 2. April kann das Raumfahrtmuseum nach 2 Jahren Corona-Zwangspause an den Wochenenden wieder besucht werden.