Urteil zu Mordversuch im Fernreisebus auf A9 gefallen: Täter wird dauerhaft in psychiatrischer Klinik untergebracht

Szenen wie aus einem Film: Ein Fernreisebus steht auf der A9 auf dem Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding – darin ein möglicherweise bewaffneter Mann. Beide Fahrtrichtungen werden komplett gesperrt. Im September letzten Jahres kam es zu genau diesem Vorfall. Heute musste sich der Beschuldigte dem Landgericht Nürnberg Fürth stellen. 

Rückblick

Am 21. September 2021 sind 14 Insassen in einem Reisebus von Dortmund über Nürnberg nach Belgrad unterwegs. Aus dem nichts attackiert ein 30-jähriger einen schlafenden Mann mit mehreren Stampf- und Kicktritten – auch als der Geschädigte bereits auf dem Boden liegt. Einer Frau, die dem Opfer helfen will, schlägt der Beschuldigte ebenfalls ins Gesicht.

Heute ist das Sicherungsverfahren

Versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung werden dem Mann jetzt vorgeworfen. Der Beschuldige wirkt während dem Verfahren, der Verlesung der Antragsschrift und Zeugenaussagen gefasst und ruhig. Seit der Tat ist der Beschuldigte in einer Klinik untergebracht und in Behandlung. Seit dem Prozessauftakt Ende April geht es um die Schuldfrage, denn der heute 31-Jährige leidet unter einer paranoiden Schizophrenie, heißt also er ist laut Gutachter Schuldunfähig. Auch wenn die Staatsanwaltschaft auf versuchten Mord mit gefährlicher Körperverletzung plädiert und einen Antrag zur dauerhaften Unterbringung stellt, die Verteidigung plädiert auf versuchten Totschlag. Allerdings besteht besondere Gefährlichkeit, von ihm seien auch künftig erhebliche Straftaten zu erwarten.Im Prozess hat der Beschuldigte um eine zweite Chance gebeten und gesagt:

Beschuldigter: Ich bereue es.

Das Urteil

Aufgrund von Schuldunfähigkeit hat das Gericht hat eine dauerhafte Unterbringung des Beschuldigten angeordnet. Er hat 1 Woche Zeit Revision einzulegen, sonst ist das Urteil rechtkräftig.