Wirtschaft in der Metropolregion: Städten geht es gut, Branchenumbruch macht Sorgen

Die Region Mittelfranken hat, wie überall, einiges in der Coronakrise einstecken müssen. Der Blick nach Fürth zeigt: Arbeitskräfte, die vor der Pandemie in kulturellen und gastronomischen Bereichen tätig waren, sind größtenteils in eher sicherere Jobs abgewandert.

Branchenumbruch macht Städten zu schaffen

Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung ist sich dieser Problematik bewusst, will entgegenwirken und fordert Hilfe vom Staat. Wirtschaftlich ginge es der Stadt nach der Pandemie aber gut, so Jung. Er zieht eine durchweg positive Bilanz – es gäbe keine Dauerschäden. Der Arbeitsmarkt sei hier stabil, die Arbeitslosenzahlen seien unter dem Vorkrisenniveau. In Nürnberg bietet sich ein ähnliches Bild. Die Menschen sind wieder in den Straßen unterwegs. Die Arbeitslosenzahlen, die unter mehreren Lockdowns gelitten haben, erholen sich wieder. Die Großprojekte wie das Volksbad oder der Umbau der Kongresshalle als Operninterim nehmen wieder mehr an Fahrt auf. Wirtschaftsreferent Michael Fraas ist zufrieden.

In den drei Städten der Metropolregion ähnliche Bilder

Auch in Nürnberg sind die Arbeitslosenzahlen auf Vor-Pandemie-Niveau. Fraas schaut auch in die Zukunft: Die Stadt wurde durch die Pandemie nicht ausgebremst und will weiter wirtschaftlich expandieren. Er möchte dafür nicht nur die Innenstadt aufhübschen, sondern auch einen Gewerbehof einrichten. Damit sollen kleinere Betriebe mit günstigen Mieten in der Innenstadt gehalten werden. Er orientiert sich dabei an Vorbildern wie München, in denen es schon mehrere solcher Höfe und Konzepte gibt. 

Auch in Erlangen leidet man in Gastro- und Kulturbranche

Der Blick nach Erlangen verrät: Hier spüren die Verantwortlichen die letzten Nachwehen der Krise. Vor allem in den Bereichen Gastronomie und Kultur. Hier mangelt es wie überall, auch über die Region hinaus, an Arbeitskräften. Mit der Bergkirchweih und dem erfolgreichen Comic Salon war dies deutlich spürbar. Auf unsere Anfrage schriebt die Stadt nach der Krise wieder auf einem guten Stand zu sein, aber der Blick in die Zukunft ist skeptisch: 

Der Standort Erlangen zeichnet sich durch eine Mischung von Zukunftsbranchen aus, die vor Ort eng mit der Spitzenforschung verzahnt sind. In vielen Bereichen können wir davon ausgehen, dass diese Wirtschaftsbereiche weniger stark von der anhaltenden Krisenhaftigkeit betroffen sind. Doch viele wirtschaftliche und soziale Folgen der Pandemie und des Ukrainekrieges werden sich erst noch zeigen und auch auf unseren Haushalt auswirken. Selbstverständlich spürt man deshalb auch in Erlangen die Unsicherheit der weltweiten Wirtschaftslage. 

Die Metropolregion ist alles in allem gut durch die Pandemie gekommen. Alle Städte wollen an schon begonnenen Projekten weiterarbeiten, die gebeutelten Branchen unterstützen und nach und nach zurück zur Normalität kehren.