Metalldiebe schlagen auf Friedhöfen zu

Nürnberg – Vor Metalldieben ist kein Ort mehr sicher. Selbst auf Friedhöfen lassen sie alles mitgehen, was man zu Geld machen kann: Vasen, Grablaternen, Blumenschalen. Die bayerische Polizei verfolgt eine ganze Serie solcher Diebstähle. Auch Nürnberg ist betroffen.

 

Eigentlich sollte ein Friedhof ein Ort der Ruhe und des Friedens sein. Doch immer wieder treiben dort Diebe ihr Unwesen.
Auch in Nürnberg wurden immer wieder Diebstähle auf Friedhöfen angezeigt. «Wertvolle Grablichter, Messingbuchstaben, Engelfiguren – da ist alles dabei, was es auf Friedhöfen zu holen gibt», sagt eine Polizeisprecherin in Nürnberg. Allerdings handle es sich um Einzelfälle. «Eine Serie gab es bisher nicht.»
«Der finanzielle Schaden, den die Opfer erleiden, ist das eine. Aber für viele ist es sicher auch eine psychische Belastung, wenn vom Grab eines verstorbenen Angehörigen etwas persönliches gestohlen wird.»

Diebstahlserien in anderen bayerischen Ortschaften

Die Polizei verfolgt seit einigen Wochen eine ganze Serie von Diebstählen auf bayerischen Friedhöfen.
Der Dieb lässt alles mitgehen, was man zu Geld machen kann – zum Beispiel Kupferschalen, Bronzefiguren und Vasen. «Er kommt immer wieder und nimmt jedes Mal ein bis zwei Sachen mit – auch Dinge, die fest verschraubt sind», so ein Polizeisprecher.
In vielen Regionen Bayerns werden hin und wieder Friedhöfe geplündert, wie eine dpa-Umfrage ergab. Oft sind es Metalldiebe, die sich an den Gräbern zu schaffen machen.

Hohe Haftstrafen für Grabschändung

In der Oberpfalz konnte vor gut einem Jahr eine Serie von Grabschändungen aufgeklärt werden. Ein Trio wurde gefasst, das im Herbst 2011 von mehreren Friedhöfen im Raum Schwandorf mehr als 60 Grabbeilagen wie Kreuze und Heiligenfiguren im Gesamtwert von fast 100 000 Euro gestohlen hatte. Zahlreiche Beutestücke waren bei einem Recyclingunternehmen und in einem Waldstück entdeckt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Amberg wurde der Haupttäter wegen Bandendiebstahls zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

 

 

Quelle: dpa