Nürnberg patzt in Frankfurt

Frankfurt am Main/Nürnberg (nordbayern.de) – Viel schlechter hätte das Jahr nicht beginnen können für den 1. FC Nürnberg: Beim FSV Frankfurt setzte es eine insgesamt auch verdiente 1:2-Niederlage. Zu viele Spieler blieben unter ihren Möglichkeiten.
Rund ums Stadion am legendären Bornheimer Hang ging schon eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff nicht mehr viel. Die meisten Autos und Busse hatten nordbayerische Kennzeichen, etwa 4500 Anhänger des 1. FC Nürnberg wollten ihre Mannschaft beim Pflichtspielauftakt im neuen Jahr unterstützen. Die Rückendeckung von den Rängen tat der Mannschaft in schwächeren Phasen sichtlich gut. Und davon gab es am Sonntagnachmittag doch einige.

 

 

Nach 90 Minuten hatte der Club bei der zuvor schwächsten Heimelf der Liga mit 1:2 (1:1) verloren und dabei nicht den Eindruck erweckt, demnächst noch ein Spitzenteam werden zu können. Der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer von Hovland (41.) reichte nicht mal zu einem Unentschieden, weil Grifo nach einer Stunde das 2:1 erzielte. Roshi hatte den FSV nach 21 Minuten und einem Abwehrfehler in Führung gebracht.

 

 

Auf dem holprigen Platz entwickelte sich ab der ersten Sekunde eine kampfbetonte Auseinandersetzung mit wenig Strafraumszenen. Nürnbergs Sebastian Kerk kam in der siebten Minute einen Schritt zu spät, auf der anderen Seite fror sein Torwart vor sich hin. Viel hatte Patrick Rakovsky nicht zu tun und sah vielleicht auch deshalb nicht besonders gut aus in der 21. Minute: Sein Missverständnis mit Javier Pinola nutzte vor allem Odise Roshi, der wenig Mühe hatte, den Ball ins Netz zu drücken.

 

 

Der Rückstand sorgte dafür, dass die Nürnberger plötzlich etwas durcheinander zu sein schienen. Die allermeisten Angriffe trug der FSV über die linke Abwehrseite der Gäste vor, wo eigentlich Pinola für Ordnung sorgen sollte. Früh am Nachmittag hatte er sich nach einem Foul an Roshi seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison abgeholt und ist damit am Sonntag gegen Union Berlin gesperrt. Auch vorn lief wenig zusammen, so dass der Ausgleich die meisten Zuschauer doch gewaltig überraschte. Kerks präzise geschlagenen Eckstoß drückte Innenverteidiger Even Hovland per Kopf über die Linie (41.).

 

 

Burgstaller gibt sein Debüt

Das 1:1 kurz vor der Pause sollte den Nürnbergern weiteren Auftrieb geben. Dachte man zumindest. Trainer René Weiler ließ Niclas Füllkrug in der Kabine und brachte Peniel Mlapa, was taktisch zunächst keine Folgen hatte. Frankfurt konterte weiter überfallartig, Vincenzo Grifo prüfte Rakovsky, auf der anderen Seite zielte wenig später Ondrej Petrak etwas zu genau (und schoss knapp vorbei). Mit der Hereinnahme von Zugang Guido Burgstaller (für Sylvestr) wollte Weiler die Offensive zusätzlich stärken.

 

 

In Führung ging nach einer Stunde aber wieder der FSV: Grifo haute aus gut 20 Metern einfach mal drauf, Rakovsky flog nur für die Galerie, Manuel Neuer hätte den Schuss wahrscheinlich gehalten. Wieder ein Rückstand, wieder Ernüchterung beim Favoriten – der sich weiterhin ungemein schwer tat am Bornheimer Hang. Frankfurt war dem 3:1 näher als Nürnberg dem 2:2. Da konnten auch die 4500 Gäste-Fans nicht mehr helfen.