Polizei nimmt Nürnbergs Radfahrer ins Visier

Nürnberg – Die Verkehrspolizei nimmt sich in dieser Woche die Radfahrer zur Brust, da jeden Tag in Nürnberg Radfahrer bei Unfällen verletzt werden. Bis Sonntag nimmt die Polizei deshalb den Radverkehr in den Fokus. Zivilstreifen auf Rädern sind mit von der Partie.

Nachdem eine Schwerpunkt-Kontrolle im Frühjahr mit Zivilpolizisten auf Rädern gut gelaufen ist, werden in die jetzige Kontrolle wieder „Zivile“ eingebunden. Viele sind es nicht. Eine einzige Streife radelt durchs Stadtgebiet. Zivile Radstreifen sind in Bayern noch die Ausnahme.

 

Keine Abzocke

Wer das für eine neue, besonders ausgebuffte Form der Jagd auf Radfahrer halten könnte, wird von Jürgen Conraths, Vizechef der Verkehrspolizei, gleich mal ausgebremst. Die Zivilstreife sei nicht dafür da, Jagd auf Radfahrer zu machen, sagt er. Die Zivilpolizisten in Radlerhosen sollen nur bei schwerwiegenden Verstößen eingreifen; also zum Beispiel, wenn Radfahrer eine rote Ampel missachten. Und, ja, die Zivilpolizisten sollten „eine gewisse Unsicherheit erzeugen“. Nach dem Motto: Der Radfahrer neben mir könnte vielleicht ein gut getarnter Beamter sein.

Autofahrer gegen Radfahrer gegen Fußgänger

Zwischen allen Beteiligten im Straßenverkehr kommt es immer wieder zu heiklen Situationen. Die Polizei legt sich deshalb auch in der Fußgängerzone auf die Lauer. Wenn ein 90-Kilo-Mann mit  20 Kilometern pro Stunde mit einem Kind kollidiere, könne das gravierende Folgen haben, sagt Einsatzleiter Walter Billinger.

 

Rückläufige Zahl an Fahrradunfällen

Im ersten Halbjahr wurden bei der Nürnberger Polizei 271 Verkehrsunfälle angezeigt, in die Radfahrer verwickelt waren. 256 Menschen wurden verletzt. Das sind deutlich weniger als im vergangenen Jahr. 2012 wurden im Stadtgebiet rund 750 Radfahrunfälle registriert. Der Rückgang — reiner Zufall oder nicht? „Wir sind auf dem richtigen Weg, mit unseren Kontrollen etwas zu bewirken“, sagt Conraths.