Sieg zum Kärwa-Start: Fürth schlägt Aue mit 2:0

FÜRTH – Sie brannten kein Feuerwerk ab: Gnadenlos effizient und souverän schlägt die SpVgg Greuther Fürth den FC Erzgebirge Aue. Nach knapp einer Viertelstunde traf Weilandt doppelt. Nun ist Fürth zurück – und kratzt an den Aufstiegsrängen.

 

Schon in der neunten Spielminute war der Fluch besiegt. Immer wieder verschlief die SpVgg Greuther Fürth in den vergangenen Wochen die Anfangsviertelstunde, immer wieder liefen sie Rückständen hinterher. Diesmal nicht. Diesmal war Weilandt da, diesmal half Aue-Torhüter Männel – diesmal traf das Kleeblatt selbst zuerst. Und all das in einem richtungsweisenden Spiel.

 

Der Fürther Motor stockt. Vier Punkte aus vier Spielen, die Aufstiegsplätze in weiter Ferne. „Da bekommt man Schüttelfrost“, sagte Kleeblatt-Trainer Frank Kramer vor der Partie gegen den FC Erzgebirge Aue. Ein Schlüsselspiel, sicherlich. Der Tabellenplatz neun ist für das Kleeblatt zu wenig, liegt weit hinter den Erwartungen. Veränderungen nahm Kramer dennoch nur eher notgedrungen vor: Weil Fürths Kapitän und Torhüter Wolfgang Hesl sich die Mittelhand brach, steht gegen Aue nun Mickel zwischen den Pfosten. Die Kapitänsbinde übernimmt Stephan Fürstner.

 

Das Tempo in der Anfangsphase: langsam. Die Vorwärtsbewegung: schleppend. Chancen? Kaum vorhanden. Die Spielvereinigung übernimmt zwar von Beginn an die Kontrolle, erstmals gefährlich wird es aber am Sechzehnmeterraum von Aushilfs-Torhüter Tom Mickel. Aues Benatelli hat in der siebten Spielminute Platz, schaut, hält aus 23 Metern drauf. Der Ball fliegt aber einen halben Meter über die Latte.

 

Nur zwei Minuten später verteilt Aues Torhüter Männel Geschenke. Schröck steckt auf Weilandt durch, der völlig harmlos abschließt. Der Schuss kullert eher auf Männel zu, der lässt den laschen Ball aber nur abprallen – Tor. Fast so krachend wie Weilandts Abschluss lief die Partie auch weiter. Fürth ohne Druck, Aue ohne den Ball. Einen Geistesblitz hat Marco Caligiuri in der 17. Spielminute, als er einen langen Diagonalball auf Weilandt schlägt. Der Torschütze zum 1:0 nimmt es mit gleich zwei Verteidigern auf, tänzelt sie aus, scheitert aber zuerst an Männel. Weil aber die gesamte Auer Defensive schläft, kommt erneut Weilandt an den Ball – und überlupft den Keeper intelligent.

 

Ohne ein Feuerwerk zu zünden führt die SpVgg Greuther Fürth nach etwas mehr als einer Viertelstunde mit 2:0. Gnadenlose Effizienz. Feuerwerk da schon eher auf den Rängen. Sie feierten, sie sangen, sie trommelten. Durch ganz Fürth. Ein Kärwamarsch zog schon Stunden vor Anpfiff durch die Kleeblatt-Stadt, die ganze Stadt im Feierrausch. Und im Stadion sollte es weitergehen, zumindest in der Anfangsphase.

 

Hektik auf dem Platz höchstens noch in der 25. Spielminute, als Kortzorg Fürths Schöck leicht anstößt, der aber zu theatralisch umfällt. Bis zur Halbzeit aber plätschert die Partie so dahin, lediglich Lönig (37.) und Kortzorg (41.) sorgen für Gefahr für das Fürther Tor.

 

Wirklich eilig hat es Aue dann aber auch nicht in der zweiten Hälfte. Der FC Erzgebirge ohne Druck, ohne Zwang, ohne Torchancen. Aber auch Fürth hat wenig Ambitionen, kommt wenig über Ansätze hinaus. Nach gut einer Stunde ein Hauch von Gefährlichkeit: Nach einem Doppelpass schließt Schönfeld aus knapp 25 Metern ab, doch der Ball rauscht knapp am rechten Pfosten vorbei.

 

Einer der Hauptdarsteller in der letzten halben Stunde: der Rasen. In dem bleibt Fürths Pledl nach einer Rettungsaktion hängen, knickt schmerzhaft mit dem Bein um. Gestützt von Przybylko und Sukalo muss der das Spielfeld verlassen. Für Pledl kommt Guilherme in die Partie.

 

Nachdem Weilandt in der 79. Spielminute nur anklopft und das Außennetz trifft, schnürt Aue in der Schlussphase das Kleeblatt noch einmal ein. Erst wackelt Torhüter Mickel, der eine Ecke völlig falsch einschätzt, dann klärt Fürstner auf der Linie (83.). Vor dem Kleeblatt-Tor bleibt es aber in den letzten Minuten ruhig. Mit viel Effizienz und wenig Aufwand erlegt die SpVgg Greuther Fürth den FC Erzgebirge Aue – und findet wieder Kontakt an die Aufstiegsränge.

 

Quelle: Nordbayern.de