Steinbrück fordert Merkel bei TV-Duell heraus

Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück stellten sich am Sonntagaben um 20.30 Uhr dem einzigen Fernsehduell vor der Bundestagswahl in drei Wochen. Die fränkischen Reaktionen sehen Sie heute ab 18 Uhr bei Franken Fernsehen.

Vier Moderatoren von ARD, ZDF, RTL und ProSieben wollten in der 90-minütigen Live-Sendung vor allem die Kanzlerin aus der Reserve locken. Sie vermeidet bisher im Wahlkampf weitgehend eine harte Konfrontation mit ihren Kontrahenten.

 

SPD rechnet mit Stimmengewinn

Umfragen zufolge genießt Merkel in der Bevölkerung weit mehr Vertrauen als Steinbrück. Wechselstimmung ist nicht auszumachen. Steinbrück gilt aber als besserer Redner. Deswegen werden ihm Chancen ausgerechnet, durch das TV-Duell noch neue Wähler für die SPD zu gewinnen.

 

Oppermann, SPD: „Merkel hat Angst“

Wegen dieser Vorzeichen setzt die SPD-Spitze auch viele Hoffnungen auf diesen verbalen Schlagabtausch. „Dieses Duell wird kein Kaffeeklatsch. Peer Steinbrück wird Klartext reden und Frau Merkel kann erstmals nicht mehr ausweichen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, der dpa. „Frau Merkel hat offensichtlich Angst, sonst hätte sie sich einem zweiten TV-Duell nicht verweigert“, meinte Oppermann.

 

Breite Themenpalette

Die Themenpalette dürfte von Syrien, Eurokrise und Steuerplänen über Miet- und Strompreise bis zu Pkw-Maut, NSA-Geheimdienstaffäre und Koalitionsoptionen reichen.

 

Millionenpublikum

Das TV-Duell 2009 von Merkel und dem damaligen SPD- Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier sahen rund 14 Millionen Menschen. 2005 beim Duell der damaligen CDU-Kandidatin Merkel gegen Kanzler Gerhard Schröder,SPD waren es knapp 21 Millionen Zuschauer. Beim Duell gegen Schröder war Merkel Kommentatoren zufolge unterlegen. Das änderte nichts daran, dass sie wenig später Kanzlerin wurde. 2009 ging weder Merkel noch Steinmeier als Sieger aus dem Duell hervor. Dieses Mal wird das Treffen moderiert von Anne Will (ARD), Maybrit Illner (ZDF), Peter Kloeppel (RTL) und Stefan Raab (ProSieben).