Trotz Badeverbot: immer wieder Unfälle in Kanälen und Flüssen

Nürnberg – In allen Gewässern innerhalb der Stadtgrenze, mit Ausnahme vom kleinen Dutzendteich, gilt striktes Badeverbot. Trotzdem setzen sich immer wieder Menschen über das Verbot hinweg. Wie gefährlich das werden kann, beweist der jüngste Vorfall am Wochenende, als ein 56-Jähriger im Main-Donau-Kanal ertrank.

 

 

Der 56-Jährige sprang am Samstagabend in Gebersdorf in den Kanal. Als er plötzlich gesundheitliche Probleme bekommt, wollen ihn seine Freunde retten, doch der Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Vor allem die Stellen, die nicht flach auslaufen, sondern von einer Mauer begrenzt werden, sind besonders tückisch.  Aber auch Schiffe stellen für Badende eine Gefahr dar, da sie nicht einfach ausweichen oder bremsen können. Außerdem erzeugen sie eine gefährliche Strömung. Diese gibt es auch in anderen Gewässern Nürnbergs. Deswegen herrscht laut Badeverordnung eigentlich ein generelles Badeverbot. An heißen Tagen springen trotzdem immer wieder Menschen vom Steg des Rudervereins in Katzwang in den Kanal oder baden im Pegnitztal-West. „Die Verordnung wird nicht mit aller Schärfe vollzogen“ gesteht Umweltreferent Peter Pluschke, da das den personellen Rahmen sprengen würde. Außerhalb der Stadtgrenze ist das Baden nicht überall erlaubt. An gefährlichen Stellen wie Schleusen, Wehren, Brücken, Liegestellen oder Häfen ist das Baden ebenfalls verboten.

 

Baden ist nie ohne Risiko

 

Wenn die einfachsten Baderegeln nicht beachtet werden, kann auch ein Ausflug im Freibad schnell gefährlich werden. So sollte man sich generell erstmal mit dem Gewässer vertraut machen. Wie tief ist es? Welche Wassertemperatur hat es? Kommen Strömungen vor? Es macht auch Sinn sich vor dem Betreten, besonders nach ausgiebigem Sonnenbaden, abzukühlen, denn die unteren Wasserschichten sind oft wesentlich kälter als die oberen. Das könne zu Unterkühlung und Krämpfen führen, warnt die DLRG.