Verdiente 1:2-Niederlage für den Club in Kaiserslautern

KAISERSLAUTERN – René Weiler wollte Fortschritte sehen. Die blieben auf dem Betzenberg jedoch aus: Mit 1:2 (0:2) musste sich der 1. FC Nürnberg in Kaiserslautern geschlagen geben.

Dass sie beim 1. Fußballclub Nürnberg Fußballspiele nicht unbedingt brauchen, um Aufregung zu produzieren, haben sie in dieser Woche wieder einmal eindrucksvoll bewiesen. Nach dem 0:1 gegen Heidenheim verfestigte sich der Eindruck, dass die Verantwortlichen am Valznerweiher mindestens uneins sind darüber, wie man die sportliche Zukunft gestalten will.

Die Gegenwart sah trotz aller Unstimmigkeiten an diesem Samstag einen gemeinsamen Ausflug zum 1. FC Kaiserslautern vor. Zu einer Mannschaft also, die sich anders als der Club auch vor dem Anpfiff und zehn Spieltage vor dem Saisonende noch Hoffnungen auf den Aufstieg machen durfte. Neun Spieltage vor dem Ende dürfen sie das immer noch: Beim 2:1 (2:0) machten die Gastgeber vor 35.830 Zuschauern eindrucksvoll deutlich, was Nürnberg in diesem Jahr zu einer Spitzenmannschaft fehlt.

Dass es in dieser Hinsicht auch egal ist, wer da auf dem Platz steht, zeigte der Ausflug nach Kaiserslautern ebenfalls: Jürgen Mössmer, Robert Koch, Danny Blum (der allerdings nach 20 Minuten angeschlagen schon wieder vom Platz musste) und Alessandro Schöpf machten das Nürnberger Spiel nicht besser. Allenfalls gefällig hatte der Club begonnen, ehe Kaiserslautern mit seinem Tempo die Kontrolle des Geschehens übernahm. Nach einer Viertelstunde wurden Kontrolle und Dynamik dann belohnt: Nach einer Ecke verlor Ondrej Petrak erst Willi Orban aus den Augen, seine Kollegen nach dem Lattentreffer Orbans dann Alexander Ring, der den Abpraller über die Linie drückte.

Schöpf hätte die Hoffnung auf einen gelungenen Auftritt wieder herstellen können, wurde aber auf seinem Weg zum Tor noch von Tim Heubach abgedrängt (22.). Wie man unbehelligt in Richtung Tor läuft, durfte acht Minuten später Chris Löwe vorführen, auch er traf die Latte, auch diesmal reagierte mit Philipp Hofmann ein Kaiserslauterer am schnellsten: 2:0.

Kaiserslautern war vorerst zufrieden, Nürnberg irritiert – bis zur Pause blieb es ruhig. Viel zu besprechen gab es in der FCN-Kabine während der Unterbrechung nicht, lange vor dem Gastgeber standen die elf Nürnberger wieder auf dem Platz. Wer daraus Entschlossenheit ableitete, wurde jedoch enttäuscht. Die Gäste hatten nun zwar mehr Spielanteile, das lag aber vor allem daran, dass der FCK auch nach der Pause zufrieden war mit seinem Zwei-Tore-Vorsprung. Wirkliche Gelegenheiten, an diesem Rückstand etwas zu ändern, ergaben sich bei allem gesteigerten Engagement nicht für die Mannschaft von René Weiler.

Das Nürnberger Spiel wurde auch nicht zwingender, als Weiler Dave Bulthuis und Peniel Mlapa in die Offensive beorderte (68.). Der Anschlusstreffer durch Alessandro Schöpf (90.) nach Kopfballvorlage von Mlapa kam zu spät, in der Nachspielzeit versuchte es der FCN  mit der Brechstange – vergeblich.

Kaiserslautern sieht nach dieser Partie aus wie ein potentieller Aufsteiger, der 1. FC Nürnberg wie ein Verein, der noch länger mit der Aufregung leben muss.