Mi., 12.06.2013 , 12:05 Uhr

Bombenexplosion 1999 in Nürnberg war möglicherweise NSU-Anschlag

München/Nürnberg – Gestern ergaben sich im NSU-Prozess Hinweise auf einen weiteren Anschlag der mutmaßlichen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“. Carsten S. hatte Aussagen gemacht die vermuten lassen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen einer Bombenexplosion in Nürnberg und der Terrorzelle des NSU gibt.

 

Bombenanschlag verletzt 18-Jährigen schwer

Tatsächlich gab es bereits 1999 einen Rohrbombenanschlag in der Scheurlstraße in Nürnberg, der möglicherweise der rechtsextremen Terrorgruppe zugeschrieben werden kann. Damals ist eine Bombe, die ausgesehen habe wie eine „Taschenlampe“, in einer Kneipe eines türkischen Betreibers explodiert. Beim Toilettenputzen hatte ein 18-jähriger Helfer diesen circa 30 Zentimeter langen Gegenstand entdeckt. Als der junge Mann versuchte diese auszuknipsen, kam es zur Explosion. Der 18-Jährige wurde dabei schwer verletzt.

 

Carsten S. wusste von einem solchen Anschlag

Carsten S. berichtete gestern, während des NSU-Prozesses, dass ihm Mundlos und Böhnhard von einer eben solchen abgelegten Taschenlampe in einer Nürnberger Gaststätte erzählt hätten. Erst Zuhause sei ihm der Gedanke gekommen, dass die beiden Männer Sprengstoff in eine Taschenlampe eingebaut haben könnten.

 

Zusammenhänge werden geprüft

Hinweise auf einen „ausländerfeindlichen Hintergrund“ habe es damals aber nicht gegeben, so Bundesanwalt Herbert Diemer nach dem Verhandlungstag gestern. „Wir werden dieser Sache auf jeden Fall nachgehen“. Das Bundeskriminalamt wurde beauftrag, den Fall zu prüfen und Akten aus Nürnberg anzufordern. Sollte es hier Zusammenhänge geben, wäre das eine erneute Panne für die Ermittlungsbehörde Nürnberg.

 

Quelle: dpa

 

Anschlag Bombenanschlag Bombenexplosion Carsten S Explosion Franken Fernsehen Mittelfranken Nationalsozialistischer Untergrund Neonazi Neonazis NSU NSU-Anschlag Nürnberg Prozess rechtsextreme Szene Rechtsextremismus Rechtsextremisten Scheurlstraße Taschenlampe Terror Terroranschlag Terrorzelle

Das könnte Dich auch interessieren

28.07.2026 CSD Nürnberg 2026: Veranstaltung findet statt Der Anschlag auf den CSD in Berlin am vergangenen Wochenende hat erneut die Sicherheitsfrage von Großveranstaltungen aufgeworfen. Auch das Organisationsteams des CSD Nürnberg hat sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Ereignisse mit der Stadt, der Polizei und den zuständigen Sicherheitsbehörden über die aktuelle Lage ausgetauscht. Sicherheitskonzept überprüft Das bestehende Sicherheitskonzept wurde überprüft. Dieses war, laut Veranstalter, 20.04.2026 Prozessauftakt: Männer grölen rechte Parolen nach AfD-Parteitag Prozessauftakt am Amtsgericht Schwabach! Nach einem AfD-Parteitag in Greding 2024 sollen sechs junge Männer rassistische Parolen gegrölt haben. Rückblick: AfD-Landesparteitag 2024 Die Angeklagten sollen im Jahr 2024 den AfD-Landesparteitag in Greding besucht haben. Danach sollen sie in eine Diskothek gegangen sein – dort soll einer der Männer den Hitlergruß gezeigt haben, fünf Weitere hätten das 02.09.2025 Überraschender Freispruch: Urteil für Beerbacher Brandstifter fiel bereits nach zwei Verhandlungstagen Nach nur zwei Verhandlungstagen fiel das Urteil des Landgerichts Nürnberg. Der 39-jährige Serienbrandstifter von Beerbach muss nicht zurück ins Gefängnis. Er hat seine Taten gestanden – Im Februar und März 2024 hat der Schuldige in Beerbach bei Abenberg vier Brände gelegt und zwei weitere versucht zu legen. Er wurde jedoch wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, ein Aufenthalt 20.08.2026 Nach Fahrbahneinbruch in Nürnberg: Rothenburger Straße wieder voll befahrbar Nach einem Fahrbahneinbruch der Rothenburger Straße am Montag (17.08.2026) stehen die Reparaturarbeiten laut der Stadt Nürnberg vor dem Abschluss. An der Kreuzung Rothenburger Straße/Obere Kanalstraße hatte sich die Fahrbahn auf der mittleren Linksabbiegespur abgesenkt. Ursache war laut Pressemitteilung ein Schaden an einem stillgelegten Entwässerungsrohr. Demnach wurde das Erdreich abgetragen, wodurch es zu einer Fahrbahnabsenkung und