Mi., 05.06.2013 , 16:14 Uhr

Ermittler verfolgten wichtige NSU-Spur nicht ausreichend

München – Die Polizei war dem NSU-Terror-Trio wohl dichter auf den Fersen als bisher bekannt, doch sie versäumten einem wichtigen Zeugenhinweis ausreichend nachzugehen. Das wurde heute im Unersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags deutlich.

 

Nürnbergerin erkennt Haupttäter wieder

Bereits am 9. Juni 2005 hatte eine Nürnbergerin die beiden mutmaßlichen Haupttäter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhard mit Fahrrädern in der Nähe des Döner-Imbisses gesehen, in dem am gleichen Tag der 50-jährige Ismail Yasar erschossen wurde. Später erkannte sie die Beiden auf einer Videoaufzeichnung aus Köln wieder. Die Polizei spiele ihr eine Aufnahme vor, die kurz vor dem Bombenanschlag in der Keupstraße entstanden ist. Der Anschlag wird ebenfalls der NSU zugeschrieben. Auch hier waren zwei Männer mit Fahrrädern zu sehen.

 

Aussage wurde abgeschwächt

Die 46-Jährige sagte damals vor dem Ausschuss, sie habe beide auf den Aufnahmen eindeutig wiedererkannt: „Für mich persönlich war gar kein Zweifel. Das sind diese beiden.“ Im Vernehmungsprotokoll aus dem Mai 2005 heißt es aber lediglich, die Zeugin sei sich „ziemlich sicher“. Einige Monate später wurden der Frau bei einer weiteren Vernehmung nachbearbeitete Bilder aus der Videosequenz gezeigt. Daraufhin wurde die Formulierung im Protokoll dann noch weiter abgeschwächt. Dort ist nur noch von einer „gewissen Ähnlichkeit“ die Rede. Damals wurde dann beschlossen, die Spur nicht mehr weiterzuverfolgen.

 

Quelle: dpa

 

Bayerischer Landtag Bombenanschlag Ermittler Ermittlungen Ermittlungsfehler Franken Franken Fernsehen Haupttäter Ismail Yasar Köln München Neonazi Neonazi-Szene NSU NSU-Mordserie Polizei Protokoll Rechtsextremismus Rechtsextremisten Terror-Trio Terrorgruppe Terrorzelle Untersuchungsausschuss Uwe Böhnhard Uwe Mundlos Zeugenhinweis

Das könnte Dich auch interessieren

26.09.2026 Entscheidung gefallen: München darf sich für Olympische Spiele bewerben Die außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat abgestimmt. Sie haben sich dafür entschieden, dass München sich als Austragungsort der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben darf. Die Versammlung fand am 26.09.2026 ab 9:00 Uhr im Kurhaus in Baden-Baden statt. Nürnberg will vom Standort München profitieren Somit kommt auch Nürnberg  – 25.09.2026 Unfall auf der A3 bei Erlangen-Tennenlohe: Eine Person schwer verletzt Am Donnerstag (24.09.2026) ereignete sich auf der A3 auf Höhe der Anschlussstelle Erlangen-Tennenlohe ein schwerer Verkehrsunfall. Laut Angaben der Polizei war ein 20-jähriger Pole gegen 17 Uhr mit einem Kleintransporter in Fahrtrichtung Regensburg unterwegs. Nach bisherigem Ermittlungsstand fuhr er ungebremst auf einen Sattelzug auf. Dieser war auf dem rechten Fahrstreifen unterwegs und musste verkehrsbedingt bremsen. 18.09.2026 45-Jährige in Großreuth tot aufgefunden: 20-jähriger Sohn festgenommen Am Freitagvormittag (18.09.2026) wurde die Polizei informiert, dass sich Angehörige einer 45-jährigen Frau Sorgen machen würden. Sie könnten die 45-Jährige (Deutsch-Russin) nicht erreichen. Eine Streife der Polizeiinspektion Nürnberg-West fuhr daraufhin zu ihrer Wohnung in der Rothenburger Straße. Die Beamten fanden die 45-Jährige leblos in der Wohnung. Die Frau wies Verletzungen auf, weshalb die Beamten auf 13.09.2026 Verdacht auf versuchten Mord in Ansbach: 18-Jähriger in U-Haft Nach einer Attacke auf einen Mann in der Nähe von Ansbach ist ein 18-Jähriger als möglicher Täter festgenommen worden. Laut Angabe der dpa kam er in Untersuchungshaft. Die Ermittler werteten die Tat Mitte August als versuchten Mord. Der junge Mann gilt demnach als dringend verdächtig. Er soll das 32 Jahre alte Opfer in einem Auto