Di., 06.05.2014 , 16:21 Uhr

Erneute Verzögerung beim 1. Jahrestag des NSU-Prozesses

München – Nach genau einem Jahr findet der 110. Verhandlungstag im NSU-Prozess statt. Zwischen 2000 und 2007 soll die Neonazi-Gruppe NSU zehn Morde begangen haben. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe erschien heute Nachmittag nicht vor Gericht.

 

Am Jahrestag des NSU-Prozesses beschäftigt sich das Münchner Oberlandesgericht erneut mit der Beziehung des Neonazis Thomas S. zu dem Trio „Nationalsozialistischer Untergrund“. Thomas S., der als einer der wichtigsten Unterstützer der Neonazi-Gruppe gilt, hatte seine Aussage vor dem Gericht verweigert. Deshalb wurden zwei Kriminalbeamte als Zeugen geladen, die Auskunft über die Vernehmung von Thomas S. geben sollen.

 

Die Verhandlung wurde jedoch unterbrochen, da die Hauptangeklagte Beate Zschäpe am Nachmittag nicht wieder vor dem Münchner Oberlandesgericht erschien. Ihr Verteidiger Wolfgang Heer teilte mit, dass es seiner Mandantin übel sei und sie sich nicht in der Lage sehe der Hauptverhandlung weiter zu folgen. Grund für die Übelkeit sei laut eines Gerichtsarztes eine Nachricht gewesen, die die Angeklagte am Morgen vor Sitzungsbeginn erhalten habe. Allerdings bestätigte der Arzt, dass die Verhandlungsfähigkeit der Mandantin gegeben sei. Die Verteidigung bat dennoch um eine erneute Unterbrechung, um sich mit Beate Zschäpe zu beraten.

 

 

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