Di., 01.08.2023 , 11:30 Uhr

Gastronomie in Bayern: Dehoga warnt vor Wirtesterben bei Mehrwertsteuer-Rückkehr auf 19 Prozent

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern warnt vor einem möglichen Wirtesterben, sollte die Mehrwertsteuer auf Speisen wieder auf den alten Wert von 19 Prozent zurückkehren. Der Verband hat eine aktuelle Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt und mehr als 2000 Betriebe sehen ihre Existenz bedroht, wenn die Mehrwertsteuererleichterung aufgegeben wird. Von den 11.000 befragten Mitgliedern haben mehr als 2100 geantwortet, was die tiefe Besorgnis der Unternehmer zu diesem Thema verdeutlicht, wie Landesgeschäftsführer Thomas Geppert betont.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen regional teils deutliche Unterschiede, wobei die Zahlen aus einigen Regierungsbezirken mit Vorsicht zu interpretieren sind, da dort nur wenige Antworten vorliegen. Besonders betroffen von Schließungsängsten sind die Regionen Oberbayern und Mittelfranken, während in Niederbayern, der Oberpfalz, Oberfranken und Schwaben die Quoten deutlich niedriger ausfallen.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) spricht sich vehement dafür aus, die Mehrwertsteuer in der Gastronomie dauerhaft auf 7 Prozent zu belassen, auch für Getränke. Eine Rückkehr zum Satz von 19 Prozent würde die Kosten für Essen mit der Familie um etwa 10 Euro erhöhen, was vor allem für Geringverdiener eine enorme Belastung darstellen würde und viele Gastwirte in den Ruin treiben könnte. Aiwanger kritisiert die Ungerechtigkeit dieser Maßnahme, da umweltbewusste Wirte, die auf Porzellangeschirr setzen, mit 19 Prozent besteuert werden, während Drive-in-Restaurants, die Essen in Wegwerf-Verpackungen anbieten, nur mit 7 Prozent besteuert werden.

Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie wurde während der Pandemie von 19 auf 7 Prozent reduziert und aufgrund einer drohenden Energiekrise bis Ende 2023 verlängert. Ein Antrag der Unionsfraktion auf weitere Verlängerung wurde von der Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP im Juni abgelehnt, da die Haushaltslage angespannt ist. Die Umsätze im Gastgewerbe liegen weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Krise.

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