So., 19.05.2013 , 14:31 Uhr

Herrmann fordert Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Verkehr

Brutale Angriffe von Schlägern in S- und U-Bahnen sind zwar kein Massendelikt – doch hat es in den vergangenen Jahren mehrfach solche Vorfälle gegeben. Mehr Videokameras könnten Abhilfe schaffen, meint die Staatsregierung.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann fordert einen bundesweiten Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Verkehr. «Das gilt sowohl für den Nahverkehr mit S- und U- Bahnen als auch für die Deutsche Bahn», sagte Herrmann in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

«Wir haben in den vergangenen Jahren in München sehr positive Erfahrungen mit unserem zweigleisigen Konzept gemacht: mehr Sicherheitspersonal einerseits und der Ausbau der Videoüberwachung andererseits. Damit konnten wir einen Rückgang der Kriminalität im Nahverkehr erreichen.»

Herrmann sagte, niemand wolle eine flächendeckende Videoüberwachung wie in London einführen, aber im Bereich des öffentlichen Verkehrs sei das «absolut sinnvoll». In dieser Woche werden sich die Innenminister von Bund und Ländern bei ihrer Frühjahrskonferenz mit dem Thema beschäftigen. Herrmann forderte die SPD-regierten Länder zum Mitziehen auf.

«In Umfragen sprechen sich 80 Prozent der Fahrgäste für die Videoüberwachung auf Bahnhöfen und in S- und U-Bahn-Stationen aus», sgate Herrmann. «Wir wollen insbesondere die Deutsche Bahn auffordern, dass sie sich stärker um die Videoüberwachung kümmert. Es muss nicht jeder Haltepunkt der DB auf dem Land mit Kameras ausgestattet werden, aber zumindest an allen größeren Bahnhöfen sollte das selbstverständlich sein.» Bisher fehle die Videoüberwachung sogar auf größeren Bahnhöfen wie in Augsburg oder Regensburg. Und auf dem Bonner Hauptbahnhof, auf dem ein Bombenanschlag verhindert wurde, habe es zwar Videokameras gegeben, aber keine Aufzeichnungen. «Das erschwert die Ermittlungen. Bombenanschläge sind jedoch nur der Extremfall – noch wichtiger erscheint mir die Bekämpfung der Alltagskriminalität.»

Herrmann betonte, dass Bayern ohnehin bundesweit die niedrigste Kriminalitätsrate habe. «Wenn man der wesentlich höheren Kriminalitätsbelastung in anderen Bundesländern zu Leibe rücken will, dann muss man auch die Videoüberwachung im öffentlichen Verkehr ausbauen.» Leider habe es in der Vorbereitung der Innenministerkonferenz bislang keine Einigung von A- und B-Ländern gegeben. Die SPD-regierten Länder lehnten die Videoüberwachung zwar nicht ab, seien aber auch nicht bereit, sich zum Ausbau zu bekennen. «Das Rumgeeiere der SPD-Innenminister hilft nicht weiter», kritisierte Herrmann. «Wir brauchen eine klare Strategie zum Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Personennah- und Fernverkehr.»

Quelle: dpa

Franken Franken Fernsehen Herrmann Innenminister Sicherheit Überwachung Videoüberwachnung

Das könnte Dich auch interessieren

14.09.2026 Schüsse aus dem fahrenden Auto: Beifahrer schießt auf Südwesttangente mehrmals in die Luft Am Samstagnachmittag (12.09.2026) schoss ein Mann auf der Südwesttangente bei Fürth aus einem fahrenden Auto in die Luft. Gegen 16:15 Uhr wurde das Polizeipräsidium Mittelfranken alarmiert. Auf der Südwesttangente kurz vor der Ausfahrt Fürth-Fürberg sei ein Verkehrsteilnehmer auf einen BMW aufmerksam geworden. Dessen Beifahrer schoss mehrmals aus dem Fahrzeug mit einer Pistole in die Luft. 13.09.2026 Verdacht auf versuchten Mord in Ansbach: 18-Jähriger in U-Haft Nach einer Attacke auf einen Mann in der Nähe von Ansbach ist ein 18-Jähriger als möglicher Täter festgenommen worden. Laut Angabe der dpa kam er in Untersuchungshaft. Die Ermittler werteten die Tat Mitte August als versuchten Mord. Der junge Mann gilt demnach als dringend verdächtig. Er soll das 32 Jahre alte Opfer in einem Auto 10.09.2026 Bundesweiter Warntag: BBK zieht erste positive Bilanz Heute sind in ganz Deutschland die Warnsysteme für Krisen- und Katastrophenfälle getestet worden. Beim mittlerweile sechsten Bundesweiten Warntag sind unter anderem Sirenen, Fernsehen, Radio, Smartphones, Cell Broadcast und Warn-Apps aktiviert worden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK, zieht eine erste positive Bilanz: Die Warnungen hätten die Bürgerinnen und Bürger bundesweit zuverlässig über die verschiedenen 04.09.2026 Übergangsösung für Friedrich Staedler-Schule: Generalsanierung samt Schulerweiterung angemeldet Die Stadt Nürnberg hat eine Übergangslösung für die Friedrich Staedler-Schule gefunden. Weil am Standort Almoshof bei Instandsetzungsarbeiten am Dachstuhl überraschend Schäden entdeckt wurden wird der Unterricht für die Klassen der Jahrgangsstufe 1 und zwei im neuen Schuljahr am Hauptstandort in Neunhof stattfinden. Die Mittelschule mit den Jahrgangsstufen 5 bis 9 und alle V-Klassen werden im