Mo., 08.04.2013 , 17:30 Uhr

Hunderte Klinik-Beschäftigte protestieren gegen Rotstift-Politik

08.04.2013, Nürnberg – Schon vor Wochen hatten die Klinik-Chefs in Nordbayern ihrem Ärger Luft gemacht und gegen die unzureichende Krankenhausfinanzierung protestiert. Nun schlossen sich heute auch die Mitarbeiter dem Protest an und empfingen ihre Patienten mit provokanten T-Shirts in der Notaufnahme.

Als Arbeitskleidung tragen Ärzte und Pfleger heute demonstrativ T-Shirts mit Aufschriften wie „24 Stunden am Tag, 356 Tage für Sie vor Ort“ oder „Wir alle sind das Krankenhaus“. Sie wollen damit die ständige Verfügbarkeit der Krankenhäuser und ihrer Mitarbeiter verdeutlichen.

 

Beteiligt haben sich mehrere Hundert Beschäftigte in den Notaufnahmen der 33 mittelfränkischen Krankenhäuser. Auch Mitarbeiter der Notaufnahmen des Städtischen Klinikums in Nürnberg weisen mit der Aktion auf die wichtige Rolle der Kliniken und Mitarbeiter bei der Notfallversorgung von Patienten hin. Allein hier versorge man pro Jahr 106.000 Notaufnahme-Patienten, berichtete ein Kliniksprecher.

 

40 Prozent der mittelfränkischen Kliniken schreiben rote Zahlen

 

Auf die finanzielle Notlage ihrer Häuser hatten bereits Mitte März die Geschäftsführer 33 mittelfränkischer Kliniken aufmerksam gemacht. Das von Politik und Krankenkassen entwickelte System führe dazu, dass die Kliniken nicht mehr auf ihre Kosten kämen, hatten die Geschäftsführer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz geklagt. Rund 40 Prozent der mittelfränkischen Kliniken schreiben rote Zahlen. Seit 1994 seien die Personalkosten um 64 Prozent gestiegen, die Krankenhausentgelte nur um 24 Prozent. Weitere Einsparungen seien nicht möglich, ohne die Versorgung der Patienten zu gefährden.

 

Quelle: dpa

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