Seit Mai gilt der Tankrabatt von knapp 17 Cent. Eigentlich. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer sind enttäuscht.
Nach einem deutlichen Rückgang am ersten Tag der Steuersenkung geht es an den Zapfsäulen tendenziell wieder bergauf. Das belegen Zahlen des ADAC und des Bundeskartellamts.
Bereits am Sonntag (03.05.2026) waren Super E10 und Diesel pro Liter im bundesweiten Tagesdurchschnitt nur noch zwischen 10 und 11 Cent billiger als am letzten Tag vor dem Start des Rabatts. Das sind deutlich weniger als die 16,7 Cent pro Liter, um die die Steuern vorübergehend gesenkt wurden.
Der ADAC kritisiert: Die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent wird noch immer nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben. Demnach heben die Mineralölkonzerne erneut Preise an – und das, ohne dass der Rohölpreis wieder ansteigt.
Die dpa hat auf Nachfrage beim Verbraucherzentrale Bundesverband eine Bestätigung eingeholt: Der Tankrabatt kommt nicht vollständig bei Verbraucherinnen und Verbrauchern an. Statt einer Entlastung für Autofahrende droht erneut ein Konzernrabatt.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie interpretiert die Zahlen anders: Gemessen an den Tankstellenpreisen am 30. April wird der Tankrabatt von den Markentankstellen vollständig weitergegeben. Ohne die Steuersenkung wären die Preise rund 17 Cent je Liter höher, denn die Einkaufspreise seien stark gestiegen.
Das Kartellamt rät, vor dem Tanken die Preise per App zu vergleichen. Denn die Preiskurven vieler Tankstellen variieren stärker als sonst. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel steigen die Preise um die Mittagszeit meist um mehr als 10 Cent, sinken dann aber am Nachmittag und noch einmal am Vormittag des nächsten Tages, bis der nächste Mittagssprung folgt.
So kam es auch dazu, dass der Spritpreis in den letzten Tagen sogar unter 2 € gefallen ist.