Ein 15-Jähriger wird an einer Bushaltestelle in Ramsberg mit einem Messer angegriffen und stirbt noch vor Ort. Der Fall sorgte im Juni des vergangenen Jahres überregional für Entsetzen. Vor dem Landgericht in Ansbach musste sich dafür seit Januar eine junge Frau verantworten, die zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt war.
Das Urteil für die heute 20-jährige Angreiferin: 9 Jahre Jugendhaft wegen Totschlag – kein Mord. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten die Verurteilung wegen Mordes gefordert. Das Gericht sah die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe aber nicht erfüllt. Diese Beurteilung begründete die Richterin ausführlich. Auch ein rassistisches Motiv ließ sich laut Gericht nicht bestätigen. Das Jugendstrafrecht kam laut Richterin deshalb zur Anwendung, da die Angeklagte “erhebliche Reiferückstande” zeigte.
Die Vertretung der Nebenklage, also der Mutter des verstorbenen Jungen, hat bereits angekündigt, in Revision zu gehen. Auch die Staatsanwaltschaft möchte das Urteil prüfen. Ob die Verteidigung das Urteil akzeptiert, ist noch offen.