Ein 42 Meter langes Fischbrötchen oder 123 Kokosnüsse mit der bloßen Hand zerschlagen: Ungewöhnliche Weltrekorde gibt es überall auf der Welt. In Nürnberg wollen jetzt die Posaunenchöre das längste zusammenhänge Konzert spielen. Der bisherige Rekord wurde in Hamburg aufgestellt. Dort haben die Musikerinnen und Musiker 24 Stunden gespielt. Den will der Verband evangelischer Posaunenchöre jetzt in der Nürnberger Jakobskirche brechen und das zeitgleich zum heute startenden Bardentreffen.
Für Kerstin Dikhoff kommen heute Job und Leidenschaft zusammen. Mit ihrem Orchester eröffnet die 52-Jährige das Weltrekordkonzert in der Nürnberger Jakobskirche. Begonnen hat die Oberpfälzerin mit 11 Jahren im Posaunen Chor ihres Vaters in Sulzbach-Rosenberg. Mittlerweile arbeitet sie seit 25 Jahren hauptamtlich für den Posaunenchorverband. Die 90 Minuten ihres Auftritts waren für sie dennoch alles andere als Alltag. Der erste Wechsel läuft reibungslos. Denn während drei Chöre im ständigen Wechsel ihre Lieder spielen, bereiten sich die nächsten drei Gruppen auf ihren Einsatz vor. Kurze Zwischenmoderationen sind erlaubt. Ansonsten muss durchgängig gespielt werden. Eine Jury kontrolliert den Rekordversuch im Auftrag des Rekordinstitut für Deutschland. Damit alles ineinandergreift machen sich die Musikerinnen und Musiker bereits eine halbe Stunde vorher fertig!
Insgesamt spielen etwa 2.000 Künstlerinnen und Künstler in den kommenden drei Tagen – viele davon ehrenamtlich. Aus ganz Deutschland sind sie dem Organisator und Musiker Thomas Engelbrecht gefolgt. Die Formationen haben 2.300 Lieder eingereicht. Spielen sie über 2.000 verschiedene Lieder, stellen sie einen weiteren Rekord auf. Damit hätten sie das Konzert mit den meisten Titeln gespielt. Für den Vizepräsident des Posaunenchorverband soll der Weltrekord auch eine Investition in die Zukunft sein. 14 Monate haben Thomas Engelbrecht und sein Team alles geplant und vorbereitet – auch für Notfälle. Jetzt sind alle Beteiligten motiviert, den Rekord zu knacken. Neben dem Weltrekord geht es bei dem 72 Stunden Konzert auch um den guten Zweck. Denn die Musikerinnen und Musiker wollen Geld für die Nachwuchsarbeit sammeln. Kerstin Dikhoff und ihr Chor haben dafür den Auftakt hingelegt.