Für 29.000 bayerische Gymnasiastinnen und Gymnasiasten geht es auf die Zielgerade. Ab heute starten nämlich die schriftlichen Abiturprüfungen. Im vergangenen Jahr waren nur circa 5.900 Kandidatinnen und Kandidaten zu den Abiturprüfungen angetreten. Grund dafür ist die Umstellung vom achtjährigen Gymnasium (G8) auf G9. Wir haben einen dieser Abiturienten in Nürnberg begleitet.
Für Jakob Sickmüller geht es jetzt in die heiße Phase. Heute legt der 18-jährige Schüler des Martin-Behaim-Gymnasiums die erste Abiturprüfung ab. Insgesamt sind es fünf. Biologie, Physik und Mathematik schreibt der Nürnberger. Seine Colloquiumsfächer sind Deutsch und evangelische Religion. In den letzten Monaten hat sich Jakob neben Biologie auch auf seine anderen Fächer vorbereitet. Denn Jakob ist einer von 29.000 Schülerinnen und Schülern, die zum ersten Mal nach dem neuen neunjährigen Gymnasium ihre Prüfungen absolvieren.
2017 hat der bayerische Landtag das neue G9 beschlossen – auch nach Drängen der Bevölkerung. 2018 haben die ersten fünften Klassen begonnen. Jetzt steht das Abitur an. Andreas Schmitt, Oberstufenkoordinator am Martin-Behaim-Gymnasium ist bisher zufrieden. Im Vergleich zum bisherigen Abitur bedeuten die Neuerungen neben mehr Wahlfreiheit auch größeren logistischen Aufwand für die Schulen. Denn bisher waren Deutsch und Mathematik feste Prüfungsfächer und somit feste Prüfungstage. Neu ist zum Beispiel auch: Schülerinnen und Schüler können sich ein Leistungsfach wählen. Dort haben sie fünf statt sonst drei Stunden Unterricht. Ihre Prüfung ist immer schriftlich – so wie bei Jakob Sickmüller Physik. Für heute hat der 18-Jährige mit Biologie aber erstmal hinter sich gebracht. Nach Pfingsten sind dann auch die mündlichen Colloquien geschafft.