Die Stimmung bei Bosch in Nürnberg: angespannt. Im Juli wurde vom Betriebsrat bekannt gegeben, dass ein massiver Stellenabbau am Standort droht. Die bestehende Standortsicherung soll Ende des Jahres auslaufen. Der Konzern plant mit der Umstrukturierung in der gesamten Mobility-Sparte rund 22.000 stellen bis 2030 einzusparen. Die rund 1.700 beschäftigten trifft das besonders. Der Mobility Sektor trägt bei Bosch bis zu 61 Prozent des Konzernumsatzes bei. Das Werk in Nürnberg produziert vor allem Hochdruckpumpen für Benzinmotoren. Durch die Anschaffung eines modernen Metall 3D Druckers wurde in die Zukunft investiert. Doch es müsste mehr getan werden, um das Werk zu sichern. Dafür braucht es vor allem Aufträge.
Neben der Kundgebung am Standort Nürnberg sind heute Aktionen in ganz Deutschland gelaufen. Die IG Metall forderte daher unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ mehr Ideen der Unternehmen und der Politik, um die Krise zu bewältigen. Besonders eine Hoffnung steht dabei im Raum: Die Unternehmen von deren Sparkurs und den Standortverlagerungen abbringen. Der Betriebsrat möchte das Werk in Nürnberg nicht kampflos aufgeben. Deswegen wurden schon weitere Schritte für die nächsten Monate geplant.
Auf unsere Anfrage zur Standortsituation äußerte der Konzern sich folgend:
„Der gestiegene Preis- und Wettbewerbsdruck sorgen zunehmend für einen Rückgang des Produktionsvolumens und mangelnde Rentabilität am Standort. Die derzeit gültige Standortvereinbarung für den Standort Nürnberg läuft zum 31.12.2026 regulär aus. Dazu wollen wir zeitnah in Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen einsteigen.“
Noch stehen die Gespräche mit dem Betriebsrat in Nürnberg aus. Wie es für das Werk nach dem Jahreswechsel weitergehen wird, bleibt daher unklar.