In der Sigena-Urkunde wurde heute vor 976 Jahren Nürnberg zum ersten Mal erwähnt. Die Geschichte der Stadt ist ohne einen Namen kaum denkbar – Albrecht Dürer. Vor über 500 Jahren reiste der Universalgelehrte von Nürnberg nach Venedig. Daraus ist eine Art Pilgerweg der Kunst entstanden. 2025 tat es die Nürnberger Künstlerin Bogy Nagy ihm gleich – am Geburtstag des Meisters. Das ist jetzt über ein Jahr her. Jetzt können Interessierte im Albrecht-Dürer-Haus sich auf Spurensuche begeben.
Drei Monate. 758 Kilometer. Allein, zu Fuß, über die Alpen, bis nach Venedig. Die Nürnberger Künstlerin Bogy Nagy (sprich: Nótsch) wollte wissen, was Albrecht Dürer vor über 500 Jahren auf seiner berühmten Reise gesehen und erlebt hat. Heute blickt sie auf diese außergewöhnliche Wanderung zurück – dort, wo sie begonnen hat: im Nürnberger Dürer-Haus. Bei der Reise geht es ihr nicht ums Ankommen. Sie sucht dieselben Landschaften wie den Dürerstein in Klausen, dieselben Farben und Lichtstimmungen, die Dürer einst in seinen Aquarellen festhielt. Unterwegs erlebt sie Gastfreundschaft aber auch Einsamkeit und einen schweren Rückschlag.
Sie konnte. Denn die Nürnbergerin lernt nicht nur einiges über ihr Vorbild, sondern auch über sich selbst. Ihre Erfahrungen sind jetzt Teil einer Ausstellung im Albrecht-Dürer-Haus. Dort treffen Dürers originale Briefe aus Venedig auf die Werke einer Künstlerin, die denselben Weg mehr als fünf Jahrhunderte später gegangen ist. Entstanden ist bei Bogy Nagys Weg nach Italien dabei keine Kopie von Dürers Reise – sondern ihre ganz eigene Geschichte. Dürer hat von seiner Zeit in Venedig in Briefen berichtet. Der Einfluss auf sein Werk ist bis heute sichtbar. Venedig wird Bogy Nagy in nächster Zeit dennoch nicht loslassen. Denn neben ihrem Buch über die Reise bereitet sie jetzt ihre Arbeiten für die Biennale in Venedig vor. Da fließen sicher auch ihre Erlebnisse vom Dürer-Weg mit ein.