Cosmin und seine Kollegen kommen aus Rumänien nach Deutschland, um Geld zu verdienen. Monatelang arbeiten sie auf fränkischen Baustellen, verlegen kilometerweit Glasfaserkabel, schuften unter hohem Druck. Erst spät wird ihnen klar: Sie wurden systematisch betrogen.
Der Dokumentarfilm „Auf’m Bau / Pe Șantier“ erzählt von migrantischen Bauarbeitern, die um ihren Lohn geprellt oder illegal beschäftigt wurden – und von einem Rechtssystem, das Ausbeutung begünstigt und Gegenwehr erschwert. Anhand konkreter Schicksale macht der Film sichtbar, wie verbreitet Lohndiebstahl, Scheinselbstständigkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse in der deutschen Bauindustrie sind.
Im Zentrum stehen die Erfahrungen von Cosmin Istina, einem Bauleiter, der schwarz beschäftigt wurde, und Gheorghe Demyan, einem Asphaltfertiger, dem sein Lohn vorenthalten wurde. Ergänzt werden ihre Perspektiven durch Einschätzungen aus Gewerkschafts- und Beratungsarbeit: Lena Zimmermann, Regionalleiterin der IG BAU Franken, sowie Alexandru Firus vom PECO-Institut und Iulia Lavric von der Beratungsstelle Faire Mobilität Nürnberg ordnen die Fälle ein und zeigen auf, welche strukturellen Veränderungen nötig wären, um migrantische Arbeiter*innen besser zu schützen.
Gefördert von Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt.