Festzelte, Fahrgeschäfte und Bieranstich: Das gehört in Mittelfranken bei vielen Kärwas mit dazu. In Stein, im Landkreis Fürth, soll damit jetzt Schluss sein. Nach diesem Wochenende will die Stadt das bisherige Konzept nicht mehr fortführen. Sinkende Attraktivität und hohe Kosten seien Gründe dafür. Ein konkretes Konzept für die Zukunft gibt es allerdings noch nicht. Geplant ist, das Fest nach Alt-Stein in den Bereich der Kirche zu verlegen. Doch wie kommt die Entscheidung an?
Noch einmal drehen sich die Fahrgeschäfte, ein letztes Mal wird im Festzelt gefeiert. Wenn heute, am Montagabend, jedoch die letzten Lichter ausgehen, endet hier auch eine Ära, denn die Steiner Kirchweih findet zum letzten Mal in ihrer bisherigen Form statt.
Auch die Schausteller und die Festwirtin Giuliana Steinbauer klagen über schwindende Besucherzahlen und steigende Auflagen und Kosten. Von den Plänen der Stadt sind sie jedoch mehr als überrascht worden.
Fest steht: Der Stadtrat hat beschlossen, die Veranstaltung neu aufzustellen. Biergarten statt Festzelt – mitten in dem Zentrum statt auf der grünen Wiese. Die Gäste der Veranstaltung sind geteilter Meinung über die Änderung.
Über 1000 Kärwas gibt es nach Schätzungen in Mittelfranken – allein in Nürnberg sind es fast 40. Viele haben dasselbe Problem: sinkende Besucherzahlen, weniger Absatz und steigende Auflagen. Für Gemeinden und Vereine wird es immer schwieriger, ihr traditionelles Fest in der bisherigen Form aufrechtzuerhalten. Deshalb wollte die Stadt Stein handeln.
Dennoch bleiben viele Fragen offen. Die Stadt will zurück zu den Wurzeln, zum ursprünglichen Charakter des Festes. Wie die neue Kirchweih aussehen und wo sie genau stattfinden soll, steht aber noch nicht fest. Damit ist diese Kärwa nach dem Willen der Stadt nicht das Ende – sondern nur ein Auf Wiedersehen – irgendwie, irgendwo.