Der Ausbildungsstart rückt näher – und im mittelfränkischen Handwerk gibt es in diesem Jahr 5,6 Prozent mehr neue Ausbildungsverträge als im Vorjahr. Gleichzeitig sind noch zahlreiche Ausbildungsplätze offen.
Für Hannes Yavuz ist die Ausbildungssuche bereits Geschichte. Der 25-Jährige absolviert seine zweite Ausbildung im Groß- und Außenhandelsmanagement – und ist über Social Media auf seinen Ausbildungsplatz aufmerksam geworden.
Auch für Betriebe hat sich die Suche nach Nachwuchs verändert: Sie müssen sich heute stärker bei den Jugendlichen bewerben. Beim Nürnberger Familienbetrieb von Michael Ammon sind aktuell elf Azubis beschäftigt, drei weitere starten im September. Alle Ausbildungsplätze im Groß- und Außenhandel sind damit besetzt.
Michael Ammon, Ausbilder im Familienbetrieb: „Wir als Firma müssen uns attraktiv machen und quasi bewerben bei den Azubis.“
Gleichzeitig zeigt der Ausbildungsreport 2026 der DGB-Jugend, dass bei den Ausbildungsbedingungen noch einiges im Argen liegt. Der DGB fordert unter anderem bessere Betreuung, planbare Arbeitszeiten und weniger Leistungs- und Zeitdruck. Rund die Hälfte der Befragten fühlt sich durch die eigene finanzielle Situation belastet, 14,1 Prozent sehen derzeit keine Perspektive in ihrem Ausbildungsbetrieb.
Wer jetzt noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte sich davon aber nicht entmutigen lassen. Hannes Yavuz rät, sich Zeit zu nehmen und zunächst Praktika zu machen. Und auch laut IHK ist der Ausbildungsstart nicht auf den 1. September begrenzt.
Stefan Kastner, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Berufsbildung: „Der 31.08. ist nicht die Deadline für die Ausbildung, sondern man kann zu jedem Tag im Jahr mit der Ausbildung beginnen.“