Knapp 40 Grad, aufgeheizte Straßen und Nächte, in denen es kaum abkühlt: Die neuerliche Hitze hat auch Nürnberg zugesetzt. Besonders betroffen ist die Altstadt. Hier sind mehr als 70 Prozent der Fläche versiegelt. Dabei hat sich die Stadt längst vorgenommen, bis 2040 klimaneutral zu sein. Sie will mehr Bäume, mehr Schatten und mehr Entsiegelung. Doch Naturschützer kritisieren die Maßnahmen als zu gering und ineffizient.
Rainer Edelmann und Ingrid Treutter setzen sich seit vielen Jahren für mehr Grün in der Nürnberger Altstadt ein. Ingrid ist im Vorstand des Bürgervereins und lebt selbst in der Altstadt. Die Hitzewelle hat sie also hautnah miterlebt. Umweltverbände wie der BUND fordern deshalb mehr Grün und mehr Schattenplätze in der Altstadt. Das Ziel klingt einfach. Die Umsetzung ist es nicht. Denn zwischen Pflaster und Gebäuden fehlt vielen Bäumen vor allem eines: Platz, wie Rainer Edelmann erklärt.
Mehr Platz, Mehr Schwammstadt
Das Problem: Durch die Baumscheiben würden die Bäume nicht groß genug und die Krone würde nicht weit genug ausgreifen, so Edelmann. Zusätzlicher Schatten entstehe so kaum. Außerdem verwende die Stadt keine einheimischen und nicht zwangsläufig klimaresistentere Bäume. Durch eine Umgestaltung sollen nicht nur Bäume für Schatten sorgen, das neue Pflaster soll auch Regen besser speichern. Das Ziel: Mehr Wasser soll im Boden versickern, statt oberflächlich abzufließen. Für den Bürgerverein und den BUND in Nürnberg können die Umbaumaßnahmen allerdings nur ein Anfang sein. Geplant ist die Fertigstellung bis zum Herbst 2027. Dann soll die erste Hälfte der Breite Gasse umgestaltet sein, ob es dann wirklich grüner ist, bleibt umstritten.