Do., 24.04.2025 , 16:17 Uhr

Barrierefreiheit von Aufzügen: Neues Notrufsystem in Nürnberg im Einsatz

Vielleicht ruckelt es noch kurz, dann bleibt er stehen – oder die Türen gehen einfach nicht mehr auf. In einem Aufzug steckenzubleiben – das ist für viele Menschen ein echter Albtraum. Gut, wenn man über das Notrufsystem schnell Hilfe bekommt. Dabei ist aber nicht an alle Menschen gedacht: Für Personen, die nur eingeschränkt oder gar nicht hören oder sprechen können – für die ist die Situation noch viel schlimmer.

Werner Schulz hat es schon erlebt, wie es ist, als Taube Person in einem Aufzug stecken zu bleiben

Ein Notrufsystem gab es zwar – doch die Fragen der Leitstelle konnte er nicht hören. Ein Problem, auf das der Behindertenrat der Stadt Nürnberg schon lange aufmerksam machen möchte. Allen voran Rosa Reinhardt, selbst von Geburt an Taub. Bei Aufzügen gibt es viele Barrieren. Doch bleiben sie stecken, stehen Gehörlose oft vor einem unlösbaren Problem.

Der Weg zu einem neuen Notrufsystem – er begann in Nürnberg schon 2017, doch richtig konkret wurde es dann vor zwei Jahren. Maßgeblich an den Gesprächen beteiligt war Daniel Puff. Mit einigen Unternehmen ging es ins Gespräch – geklappt hat es mit der Aufzugsfirma Schmitt + Sohn aus Nürnberg.

Das entwickelte System ist bereits im Einsatz, und zwar im Heilig-Geist-Haus

Ein Bildschirm mit bunten Knöpfen darunter: Das ist das System, mit dem die Stadt Nürnberg schrittweise weitere Aufzüge in öffentlichen Gebäude ausstatten möchte. Auf dem Display erscheinen Fragen, auf die mit Ja und Nein geantwortet werden kann. Die Leitstelle kann so die Situation besser einschätzen und im Notfall einen Krankenwagen alarmieren.

Für Rosa Reinhardt ist das aber erst der Anfang. Denn ganz reibungslos funktioniert das System noch nicht. Und es sind noch Weiterentwicklungen notwendig. Für sie wäre beispielsweise eine Darstellung in Gebärdensprache die ideale Lösung. Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten: Notrufsysteme, die auch für Gehörlose Personen funktionieren, sollen Standard werden. Und das nicht nur in Nürnberg, sondern deutschlandweit. Damit das, was Werner Schulz erlebt hat, möglichst nie mehr passiert.

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