Mi., 08.04.2026 , 17:11 Uhr

Bayerns größter Energiespeicher: Halbzeitbilanz am Pumpspeicherwerk in Happurg

Die Straße von Hormuz ist wieder frei. Darauf haben sich die USA und der Iran in der letzten Nacht geeinigt. Künftig sollen wieder Öltanks von dort nach Westen fahren können. Der Fall hat aber nicht nur an den heimischen Zapfsäulen gezeigt: Deutschland ist energiepolitisch vom Ausland abhängig. Erneuerbare Energien sollen das in Zukunft ändern. In Happurg im Nürnberger Land wird deshalb ein fast 70 Jahre altes Kraftwerk wieder aufgebaut.  

Das Fundament ist gelegt

Es soll der größte Energiespeicher Bayerns werden. Mit Hilfe von zwei Seen und über 200 Metern Höhenunterschied soll das Kraftwerk in Zukunft 850 Megawattstunden Strom erzeugen. Das könnte eine Stadt der Größe Nürnbergs 5 Stunden lang versorgen. Bernd Stöcker leitet seit 2024 das Projekt in Happurg. Aktuell koordiniert der Maschinenbauingenieur mit seinen 60 Kolleginnen und Kollegen das 250-Millionen-Euro-Projekt. Am Oberen See ist seit 2024 der Kontrollgang für das Wasser und die Rüttelstopfsäulen fertig gestellt worden. Das soll den See stabiler machen. Auf der Baustelle im Landkreis Nürnberger Land legen aktuell 150 Arbeiterinnen und Arbeiter das Fundament für den neuen Oberen See. Auf einer Grundfläche von etwa 13 Fußballfeldern soll der 12 Meter tiefe See etwa 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser fassen. In diesem Jahr wird der See mit Asphalt abgedichtet. 

Aus Wasser wird Strom

Aber auch in der Herzkammer des 2011 geschlossenen Kraftwerks sanieren Bernd Stöcker und sein Team. Die Elektrik des fast 70-Jahre alten Kraftwerks tauschen sie komplett aus. Die ersten neuen Transformatoren wurden bereits eingebaut. Die Mechanik können sie jedoch reinigen und sanieren – so wie die Turbinen. Bis Bayerns größter Energiespeicher den Strom in die Region bringen kann, haben der Maschinenbauingenieur und sein Team noch einiges vor sich. Laut Gesamtprojektleiter Bernd Stöcker liegt das Projekt aktuell im Zeit- und Kostenplan. 2028 soll das Kraftwerk an das Netz gehen – zum 70-Jährigen Jubiläum.  

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