„Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“ – dieser Trinkspruch gehört in Bayern fast schon zum Kulturgut. Doch beim Blick auf die deutschen Brauereien scheint Hopfen und Malz zurzeit eher verloren. Über 100 Brauereien wurden seit 2019 stillgelegt, die Brauwirtschaft kämpft mit hohen Absatzrückgängen und fährt die Bierproduktion nun herunter. Damit verringert sich zugleich der Hopfenbedarf – und in Mittelfranken bekommen Bauern die Folgen unmittelbar zu spüren.
Die Lagerräume in Spalt sind noch gut mit Hopfen aus dem vergangenen Jahr gefüllt. Was auf den ersten Blick erfreulich aussieht, ist in Wahrheit aber ein schlechtes Zeichen.
Der deutsche Bierkonsum sinkt. Brauereien kämpfen daher mit sinkenden Produktionen gegen den Nachfragemangel an. Allein in Bayern fiel die Bierproduktion um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Bald werden die Lagerräume noch voller sein. Denn ab dem 20. August steht die neue Ernte des Spalter Hopfens an. Die Prognose fällt ernüchternd aus.
Neben der Ernte bereitet auch der Konsumwandel Sorgen. Zwar greifen immer mehr Menschen zu alkoholfreiem Bier – von diesem Trend profitieren die Hopfenbauern aber nur bedingt.
In der Folge sinkt auch die Hopfenanbaufläche stetig. Dennoch ist mehr Hopfen produziert worden, als die Brauereien tatsächlich benötigen. Mit Folgen für die regionalen Bauern.
Nun sind die Produzenten von ihren starken Exporten abhängig. Über 80 Prozent der deutschen Ernteerträge werden bereits ins Ausland verkauft. Eine Chance für die Spalter Hopfenbauer, aber ein schlechtes Zeichen für das Bier als regionales Kulturgut.