Mobilitätsrevolution sagen die Befürworter, teures Spielzeug sagen die Gegner. An dem Projekt in Nürnberg eine Magnetschwebebahn zu bauen, scheiden sich die Geister. Vor der Kommunalwahl wird zu diesem Thema politisch wohl nicht mehr viel passieren. Dafür hat die Technologie selbst einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht.
Aktuell wird sie in Sengenthal noch fleißig getestet – die Magnetschwebebahn. Seit 2010 entwickeln Ingenieurinnen und Ingenieure wie Andreas Rau in der Oberpfalz an dem neuen Transportmittel. Dass er ein solches Verkehrsmittel jetzt in Deutschland auf die Straße bringen darf, ist für ihn ein Stück Verkehrswende. Das Eisenbahnbundesamt hat der Betreibergesellschaft erlaubt, die Bahn innerstädtisch zu betreiben. Interesse aus der Region gibt es bereits: die Stadt Nürnberg. Die möchte so den Verkehr um die Messe und das Max-Morlock-Stadion entlasten – aber nicht nur.
Die Stadt hofft, dass die Bahn ähnlich Fahrt aufnimmt wie die führerlose U-Bahn oder die Adler-Eisenbahn. Die Nürnbergerinnen und Nürnbergern sehen das Projekt eher kritisch. Doch das Projekt ist umstritten. Eine Machbarkeitsstudie hat zwar gezeigt: Eine solche Bahn ist möglich. Der Nutzen ist aber nicht so hoch wie erwartet. Der Bau wäre für die Stadt Nürnberg derzeit genauso teuer wie eine neue Straßenbahn – 70 Millionen im Bau. Im Betrieb könnten es aber bis zu 500 Tausend Euro pro Jahr sein. Durch den Umstieg an der Haltestelle Bauerfeindstraße könnten dem ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer wegfallen. Der Bau hängt auch davon ab, wie die Sitzverteilung ab März im neuen Stadtrat aussieht. Wenn das Projekt eine Mehrheit findet, dann kann in den 2030er Jahren die Magnetschwebebahn starten. Bis dahin testen Andreas Rau und sein Team weiter in Sengenthal an der Umsetzung.