In Deutschland werden jedes Jahr rund 87.000 Tonnen Lebkuchen produziert – den größten Anteil machen Nürnberger Oblaten-Lebkuchen aus. Sie sind gelebte Tradition und sogar EU-geschützt: Nur innerhalb der Stadtgrenzen dürfen sie so heißen. Nun fahren Kleinbetriebe ihre Backöfen für die Weihnachtssaison hoch. Auch in der Lebküchnerei Woitinek ist die Produktion vor zwei Wochen angelaufen – und wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen.
In der Lebküchnerei herrscht Hochbetrieb. Hier rollen Hunderte Backbleche durch die Produktionshallen – randvoll mit frischen Lebkuchen.
Seit über 130 Jahren produziert die Familie Woitinek Elisen-Lebkuchen in Nürnberg – inzwischen schon in der vierten und fünften Generation. Im Jahr 2004 hat sich der Betrieb ausschließlich auf das würzige Gebäck spezialisiert und richtet sich dabei nach dem eigenen Familienrezept.
Anders als Großbetriebe produziert die Lebküchnerei nicht auf Vorrat, sondern ausschließlich auftragsbezogen. Die fertige Teigmasse wird maschinell in die klassische Lebkuchenform gepresst.
Über Nacht werden die vollen Bleche trocken gelagert. Danach wird jeder einzelne Lebkuchen von Hand mit Schokolade bezogen oder bemandelt und verpackt. Über drei Millionen Lebkuchen sollen hier bis Ende Dezember gebacken werden. Doch auch an der Lebküchnerei geht die angespannte wirtschaftliche Lage nicht spurlos vorbei.
Doch von diesen Herausforderungen lässt sich das Familienunternehmen nicht ausbremsen. Auch nach über 40 Jahren Produktion ist die Lebküchnerei für Bernd noch immer eine Herzensangelegenheit.
Bald liegen sie wieder in den Marktregalen: die ersten Lebkuchen. Dabei dürften die Vorräte nicht zu knapp werden – erst nach den Feiertagen fährt die Lebküchnerei ihren Hochbetrieb wieder herunter.