Mo., 22.09.2025 , 13:40 Uhr

Brücken bauen zwischen Israelis und Palästinensern: Internationaler Nürnberger Menschenrechtspreis verliehen

Seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Überfalls der Hamas auf Israel, erreichen uns fast täglich Schreckensnachrichten aus dem Nahen Osten. Die humanitäre Lage im Gazastreifen spitzt sich immer weiter zu – es fehlt an allem. Und immer noch sind israelische Geiseln in den Händen der Hamas. Eine Zeit, in der die Fronten zwischen Israelis und Palästinensern so verhärtet sind wie lange nicht mehr. Einen Funken Hoffnung verbreitet in dieser Zeit eine Initiative, die statt zu spalten Brücken baut.

Standing Ovations für Robi Damelin und Laila AlSheikh

Sie sind Teil der israelisch-palästinensischen Versöhnungsinitiative, an die am Sonntag der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis verliehen wurde. Die Verleihung fand im Opernhaus statt und sorgte für große Emotionen.

Es ist uns eine Ehre, diesen Preis zu erhalten. Besonders jetzt, in der aktuellen Situation. Es sind die dunkelsten Zeiten seit vielen, vielen Jahren. – Laila AlSheikh, Parents Circle – Families Forum (PCFF)

Wenn man darüber nachdenkt – Nürnberg mit seiner Geschichte … Wir haben viele Preise auf der ganzen Welt, aber wenn er von hier kommt, hat das eine besondere Bedeutung. Denn das ist eine Stadt, die sich tatsächlich mit ihrer Geschichte auseinandergesetzt hat. Und die zugegeben hat, was sie getan hat. Das ist selten. – Robi Damelin, Parents Circle – Families Forum (PCFF)

Eine internationale Jury entschied über die Vergabe des Menschenrechtspreises bereits im vergangenen November. Seit 1995 kommen in der Initiative Menschen zusammen, die durch den Nahostkonflikt Angehörige verloren haben. Trotz ihrer Verluste möchten sie keine Rache, sondern Versöhnung und Frieden. Dafür gehen sie zum Beispiel an Schulen mit einem Bildungsprogramm.

Für mich persönlich ist es eine Art zu überleben, indem ich noch härter arbeite. Auch der Parents Circle hat seit Beginn des Krieges keine Minute aufgehört zu arbeiten. Im Gegenteil – wir arbeiten sogar noch intensiver. Es ist schwer: es gibt Wut, es gibt Angst und es gibt Schmerz. Aber trotzdem machen wir weiter. – Robi Damelin, Parents Circle – Families Forum (PCFF)

Es ist schwer. Ich werde nie behaupten, dass es das nicht ist. Aber es ist unsere Aufgabe, unsere Verantwortung – für unsere Leute – etwas zu tun. Ja, es ist schwer. Ja, wir weinen manchmal, wenn wir von Tötungen in den Nachrichten erfahren. Aber gleichzeitig versuchen wir, andere Familien davor zu bewahren, in die gleiche Situation zu geraten. – Laila AlSheikh, Parents Circle – Families Forum (PCFF)

Im Anschluss an die Verleihung nehmen die Botschafterinnen der Versöhnungsinitiative an der Friedenstafel teil. Über 5000 Menschen sind dafür zur Straße der Menschenrechte gekommen. Ein Funken Hoffnung in einer scheinbar aussichtslosen Situation. Das vermitteln Laila AlSheikh und Robi Damelin.

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