Fr., 19.06.2026 , 16:55 Uhr

Bürokratie, Kosten, Fachkräftemangel: Familienunternehmer sehen dringenden Reformbedarf

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt angespannt. Für 2026 rechnet die Bundesregierung lediglich mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. Hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und eine schwache Industriekonjunktur belasten viele Unternehmen. Besonders Familienunternehmer spüren die Auswirkungen im täglichen Geschäft.

Beim 15. Bayerischen Familienunternehmer-Kongress in Nürnberg kamen rund 200 Unternehmer aus ganz Bayern zusammen, um mit Vertretern aus Politik und Wissenschaft über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Herausforderungen, mit denen Unternehmen aktuell konfrontiert sind: Bürokratie, hohe Energiekosten, steigende Abgaben und der anhaltende Fachkräftemangel.

Viele Unternehmer sehen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zunehmend gefährdet. Sie kritisieren langwierige Genehmigungsverfahren, umfangreiche Dokumentationspflichten und im internationalen Vergleich hohe Kosten für Energie und Arbeit. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass Investitionen und Arbeitsplätze aufgrund attraktiverer Rahmenbedingungen verstärkt ins Ausland verlagert werden könnten.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betonte zwar die weiterhin starke wirtschaftliche Position Bayerns innerhalb Deutschlands, warnte jedoch ebenfalls vor den Folgen einer aus seiner Sicht zu wenig wirtschaftsfreundlichen Politik. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, brauche es bessere Bedingungen für Unternehmen, Investitionen und Innovationen.

Die Familienunternehmer fordern deshalb tiefgreifende Reformen. Dazu gehören aus ihrer Sicht ein konsequenter Bürokratieabbau, wettbewerbsfähige Unternehmenssteuern, bezahlbare Energiepreise und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Nur mit besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könne Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit sichern und langfristig Wachstum, Investitionen und Arbeitsplätze erhalten.

Die zentrale Botschaft des Kongresses: Der Reformbedarf ist groß – und viele Unternehmer erwarten, dass Politik und Verwaltung jetzt handeln, damit Deutschland als Wirtschaftsstandort auch in Zukunft attraktiv bleibt.

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