Eine Mail sorgte in den letzten Wochen für Unmut im Nürnberger Stadtrat. Eine Mitarbeiterin des Bürgermeisteramts hat versehentlich eine Liste mit allen Privatadressen an alle Mitglieder verschickt. Empfänger waren alle Fraktionen, auch die AfD. Die Grünen fordern jetzt mehr Transparenz und einen besseren Umgang mit diesem Fall.
Ein falscher Klick und sensible Daten landen bei falschen Empfängern. So passierte es am 15. April im Nürnberger Stadtrat. Bei der Vorbereitung auf eine Sitzung hat eine Mitarbeiterin versehentlich eine Informationsmail mit allen Wohnadressen und Geburtsdaten der Mitglieder versendet. Auch Andrea Friedel ist davon betroffen.
Datenpannen wie diese sind kein Einzelfall. Laut des Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz war das Jahr 2025 von einer erheblichen Zunahme der Fallzahlen geprägt. Insgesamt erreichten das Amt fast 9800 Beschwerden und Kontrollanregungen. Das ist ein Anstieg von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Häufige Ursachen: Cyberangriffe oder falsch versendete Dokumente. So wie in Nürnberg. Die Stadt äußert sich zum Vorfall wie folgt:
Der Fall wurde umgehend dem Datenschutzbeauftragten der Stadt mitgeteilt, der die Meldung an den Landesdatenschutzbeauftragten weitergab. Der Leiter des Bürgermeisteramtes hat sich parallel bei den Betroffenen entschuldigt. Die Fraktionen sowie die Einzelstadträtinnen und -stadträte wurden zwischenzeitlich nochmals telefonisch und schriftlich auf die Sensibilität der übermittelten Daten hingewiesen und um einen vertraulichen Umgang gebeten. – Stadt Nürnberg
Für die Grünen ist damit aber noch nicht alles geklärt. Sie fordern eine transparente Aufarbeitung des Vorfalls.
Die Stadt kündigt an, ihre internen Abläufe nun genauer zu prüfen. Der Fall zeigt jedoch: Schon ein kleiner Fehler kann große Auswirkungen auf den Schutz persönlicher Daten haben.