Es ist ein Stück über Angst, Liebe und Traumata nach einem Kriegsende – so haben die Regisseure am Nürnberger Staatstheater die Oper “Der Freischütz” von Carl Maria von Weber modern inszeniert. Inhalte also, die mit Blick auf die Weltlage aktuell die Menschen bewegen. Im 19. Jahrhundert uraufgeführt, gilt sie damals als ein Prototyp für die deutsche Oper. Am Wochenende hat das Staatstheater das Stück nach vier Jahren wieder auf die Bühne gebracht. Wir waren bei der Generalprobe im Opernhaus dabei.
Für die Hochzeit mit seiner Agathe riskiert Max alles. Der junge Jäger geht einen Pakt mit dem verletzten Veteran Caspar ein. In der Wolfschlucht gießen sie die sogenannten Freikugeln. Denn: Die Kugeln verfehlen ihr Ziel niemals – ein Pakt mit dem Bösen. So will sich Max beim Schießen beweisen, damit er die Tochter des Erbförsters zur Ehefrau nehmen kann.
Eine Mischung aus komplizierter Liebe, den Schrecken des Krieges und den Abgründen in der Seele: So zeigt das Staatstheater Nürnberg die Oper “Der Freischütz” seit Sonntag wieder im Opernhaus – aber nicht nur. Das Werk erzählt von der Angst zu versagen, von gesellschaftlichen Erwartungen und der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Ein Stoff, der für Regisseur Jossi Wieler und seinen Co-Regisseur Sergio Morabito im Zeitalter des Drohnenkriegs hoch aktuell ist.
Für den hanseatischen Komponisten von Weber ist der Freischütz ein Erfolg – bis heute. Den Chefdirigenten der Staatsphilharmonie Nürnberg Roland Böer begleitet das Stück schon seit seiner Kindheit.
Im Jahr 2019 haben die beiden Regisseure das Werk schon einmal in Straßburg inszeniert.
Die Inszenierung am Staatstheater verzichtet auf einige traditionelle Elemente. Drohnen und Paintball-Waffen bringen stattdessen die Oper aus dem 19. Jahrhundert in unsere Zeit. Dass Max für seine Hochzeit in der Wolfschlucht alles riskieren und seine Angst überwinden muss, ist jedoch zeitlos.
Das Stück läuft noch bis zum 22. Juni am Opernhaus in Nürnberg. Tickets gibt es ab 11,90 €. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Staatstheaters Nürnberg.