Um überhaupt von den Stabilisierungshilfen des Freistaats zu profitieren muss eine Stadt eine begrenzte eigene Finanzkraft haben und einen konsequenten Sparkurs verfolgen. An Letzterem arbeitet die Stadt Nürnberg aktuell. Doch geplant sind weiterhin auch zahlreiche Großprojekte. Allein der Frankenschnellwegausbau und der Stadionumbau werden hunderte Millionen verschlingen. Wie viel genau: Noch unklar.
Nürnberg steckt in der Haushaltskrise. Rund 56 Millionen Euro Jahresdefizit sind für 2027 geplant. Für Nürnbergs Kämmerer Thorsten Brehm eine Herkulesaufgabe. Die Stadt rechnet bis Ende des Jahres mit knapp zwei Milliarden Euro Gesamtschulden. Beim Volksbad sind die Kosten von 56 auf bis zu 100 Millionen Euro gestiegen. Und für die kommenden vier Jahre sind in der Stadt weitere Investitionen von rund 2,2 Milliarden Euro geplant. Allein die neue Integrierte Leitstelle soll über 130 Millionen Euro kosten – ein Sicherheitsprojekt für die gesamte Region. Das Problem: Die Stadt sei gesetzlich zum Bau der ILS verpflichtet, erhalte aber keine Förderung. Deshalb will die Stadt in allen Bereichen sparen. Das könnte die Verwaltung aber auch öffentliche Einrichtungen und Soziales treffen. Bei Schulen soll nicht gespart werden. Dennoch werden es die Nürnbergerinnen und Nürnberger in ihrem Geldbeutel spüren.
Entschieden ist momentan noch nichts. Die Fraktionen im Stadtrat ringen aktuell um jeden Euro. So wird der zweite Abschnitt des Frankenschnellwegs wohl nicht vor 2031 gebaut werden – trotz Förderung. Es muss sich also noch einiges tun, um diese Herkulesaufgabe zu bewältigen.