Die elektronische Patientenakte soll die Gesundheitsbranche besser vernetzen und Bürokratie abbauen. Nach aktuellen Zahlen nutzen derzeit bundesweit knapp 300.000 Praxen, Klinken und Apotheken die elektronische Patientenakte. Bedenken gibt es jedoch von Verbraucherverbänden. 2021 hat der Prozess begonnen – mit Franken als Modellregion. Seit 2026 wird die ePa jetzt verstärkt eingesetzt. Wir waren bei einer Nürnberger Klinik vor Ort.
Celine Hertel hat einen Termin in einer Nürnberger Klinik. Wegen einer Verletzung im Knie stehen für sie viele Besuche beim Hausarzt oder in der Klinik an. Die 23-jährige hat sich während eines Handballspieles verletzt. Für ihre Gesundheitsdaten bei ihrem Arzt Alexander Mahnke nutzt sie die elektronische Patientenakte – kurz ePa.
Seit 2021 stellen die Krankenkassen ihre Systeme um. In der Pilotphase war Franken eine der Modellregionen. Die Erler-Klinik in Nürnberg arbeitet seit 2026 verstärkt mit der Neuerung. Doch es gibt auch Kritik. So sollen die gesetzlichen Krankenkassen Versicherte über die Akte informieren. Doch das geschieht noch zu selten. Denn laut einer Umfrage des forsa-Institutes für die Verbraucherzentralen kennen die meisten Versicherten zwar die ePa. Über 70 Prozent der Befragten pflegen sie jedoch nicht. Außerdem kritisieren Verbraucherverbände, dass die Akte derzeit aufwendig zu bedienen und intransparent ist.
Ramona Pop (Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands): „Die elektronische Patientenakte ist noch nicht im Alltag der Menschen angekommen. Das ist wenig überraschend, denn zentrale Funktionen, wie digitale Impf- oder Bonushefte, fehlen weiterhin.”
Dazu kommt, dass Versicherte der Nutzung und Weitergabe ihrer Daten immer zustimmen müssen. Die neue Patientenakte ist jedoch nur ein Teil der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Auch Arztbriefe soll es bald nur noch digital geben. Zurück zu Celine Hertel: Als Medizinische Fachangestellte nutzt sie die ePa beruflich und privat. In einer Hausarztpraxis arbeitet sie täglich damit. Versicherte bekommen bei den Krankenkassen, den Verbraucherzentralen oder im Internet weitere Informationen zur ePa. Dann können sie in Zukunft bei ihren Arztbesuchen die digitalen Daten aus der ePA nutzen, so wie Celine Hertel.