Di., 14.07.2026 , 17:15 Uhr

Drei Tage Dialog: In Röthenbach startet der Erörterungstermin zur Juraleitung

Seit Jahren sorgt die geplante Juraleitung im Nürnberger Land für heftige Diskussionen. Heute beginnt in Röthenbach an der Pegnitz ein wichtiger Termin im Genehmigungsverfahren. Drei Tage lang werden dort die Einwände von Kommunen, Bürgerinitiativen und Anwohnern mit der Regierung von Mittelfranken und dem Netzbetreiber TenneT erörtert. Für viele Betroffene ist es die letzte große Möglichkeit, ihre Kritik noch einmal direkt vorzubringen. 

Ein zentraler Schritt im Planungsfeststellungsverfahren

Die Gegner der Juraleitung machen ihrem Ärger Luft. Noch bevor in der Halle die Verhandlungen beginnen, demonstrieren sie mit Transparenten und einer Mahnwache. Ihr Vorwurf: Die Planungen seien überholt und belasten Mensch und Natur. Kritisiert werden außerdem die geplante Nähe zur Wohnbebauung und das neue Umspannwerk in Ludersheim.  Auf dem Erörterungstermin in Röthenbach diskutieren die Regierung von Mittelfranken, der Netzbetreiber TenneT, Fachbehörden, Kommunen und Betroffene drei Tage lang. Im Zentrum stehen die eingegangenen Einwendungen der Bevölkerung gegen den Abschnitt A-Ost der Juraleitung. Hinzu kommen rund 3.000 Unterschriften des BUND-Naturschutz. 

Erneuerung einer 80 Jahre alten Leitung

Für die Bundesregierung ist die Juraleitung Teil des bundesweiten Netzausbaus. Der Bundesbedarfsplan bestätigt jährlich die Notwendigkeit der Leitung. Die bestehende 220-Kilovolt-Leitung soll durch eine leistungsstärkere 380-Kilovolt-Leitung ersetzt werden. Sie soll künftig Strom aus erneuerbaren Energien sicher durch Bayern transportieren. Nach geänderten Planungen im Bereich Katzwang verzögert sich das Gesamtprojekt voraussichtlich um mehrere Jahre. Der Abschnitt zwischen Raitersaich und Ludersheim könnte nach aktuellem Stand erst 2034 in Betrieb gehen. Dafür braucht es auch das neue Umspannwerk, so TenneT.  Der Erörterungstermin läuft noch bis Donnerstag. Eine Entscheidung fällt hier allerdings noch nicht. Die Regierung von Mittelfranken wird nun sämtliche vorgetragenen Einwendungen prüfen und in ihre Abwägung einbeziehen. Erst danach folgt der Planfeststellungsbeschluss – also die Entscheidung darüber, ob und in welcher Form die Juraleitung gebaut werden darf. Ein konkreter Termin dafür steht bislang noch nicht fest. 

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