Mo., 11.05.2026 , 15:57 Uhr

Ein antiker Cold Case: Sonderausstellung in Weißenburg zu römischen Massengrab

Er war die größte Grenze, die es je in Europa und dem Mittelmeerraum gegeben hat – der Limes. Vom Syrien bis nach Nordengland reichte der Schutzwall im zweiten Jahrhundert. Auch in Mittelfranken entstanden an vielen Orten Grenzwälle. Dass die Grenze offener und umkämpfter war als gedacht, zeigt jetzt eine Ausstellung im Römermuseum Weißenburg.

Eine offene aber stets unruhige Grenze

Politische Intrige, Rache oder Massaker: Das Massengrab in der Nähe der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje gibt Forschenden Rätsel auf. Seit den 1990er-Jahren wird dort gegraben. 2011 fanden Archäologinnen und Archäologen eine Totenstadt mit etwa 5.500 Gräbern. Besonders ist dabei ein Massengrab mit 200 Skeletten. Ein echter Cold Case der Antike, erklärt der Leiter des Römermuseums Weißenburg, Simon Sulk. Forschende gehen heute davon aus, dass es sich bei den Leichen um römische Soldaten handelt. Simon Sulk hat die Ausstellung der Funde aus dem Massengrab in Frankfurt gesehen. Daraus hat der Kurator die Sonderausstellung „Freund oder Feind“ in Weißenburg entwickelt – auch mit Knochen aus der Region. Zuvor waren die Funde aus dem antiken Vorläufer von Skopje, Scupi, auf dem Balkan und in Frankfurt ausgestellt. Die Ausstellung soll Interessierte in den blutigen Alltag des Römischen Reiches und seiner Grenze mitnehmen. 

Internationale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Nordmazedonien

Das Besondere an dem Fund: Die Soldaten wurden wahrscheinlich nackt und ohne Grabbeigaben bestattet. Das hat die Arbeit mit den Skeletten erschwert. Deshalb haben Forschende aus der Archäologie und der Kriminalistik bei dieser Ausgrabung zusammengearbeitet. Forschende aus Nordmazedonien und dem Deutschen Archäologischen Institut haben den Friedhof und das Massengrab freigelegt. Dementsprechend international war auch die Eröffnung. Bis zum 23. August können Interessierte die Sonderausstellung noch in Weißenburg im Römermuseum sehen. Und einem antiken Cold Case von vor 1.700 Jahren auf die Spur kommen. 

 

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