Di., 01.04.2025 , 17:50 Uhr

Feuerwehrkräfte der US-Army streiken in Ansbach

“Kein Scherz – unsere Forderungen sind ernst gemeint”. Unter diesem Motto streiken heute Zivilbeschäftigte bei den Stationierungsstreitkräften. Die aktuellen Tarifverhandlungen betreffen bundesweit alle Truppenübungsplätze der US-Army, Briten, Franzosen, Kanadier und der NATO. Die Kaserne in Katterbach bei Ansbach ist einer dieser Standorte. Dort haben sich knapp 100 Feuerwehrleute heute Mittag versammelt und ebenfalls ihre Arbeit niedergelegt. 

Anstatt mit Drehleiter und Wasserschlauch ein Feuer zu löschen, sitzt Harald Schneider hier im Landgasthof in Wasserzell und isst Sauerbraten mit Knödel. Er ist seit 27 Jahren Feuerwehrmann bei der US-Station Illesheim bei Bad Windsheim. Aber heute wird gestreikt. Mit knapp 100 anderen Beschäftigen der zivilen Stationierungsstreitkräfte, hat der 51-Jährige seine Arbeit niedergelegt. Nach dem Essen geht es zur Kundgebung vor die Kaserne in Katterbach bei Ansbach. Von insgesamt sieben Standorten sind heute die Streitkräfte angereist. Einer von ihnen ist Karl-Heinz Webel aus Rheinland-Pfalz. Er ist Feuerwehrmann auf dem Flugplatz in Rammstein. Neben dem Gehalt gibt es für ihn noch weitere Problemstellen. In der zweiten Runde der Tarifverhandlungen verbesserten die Arbeitgeber ihr Angebot auf 1,7 Prozent. Das reicht den Beschäftigten aber nicht. Die Gewerkschaft verdi will daher in der dritten Verhandlungsrunde am 14. April den Druck erhöhen. Eine dritte Forderung ist die Senkung der Arbeitszeit von 256 auf 208 Stunden im Monat. Da die Feuerwehrleute heute Sauerbraten essen und streiken, wurde in den Kasernen ein Notdienst eingerichtet. Ab morgen wird Harald Schneider aber wieder mit Drehleiter und Wasserschlauch Feuer löschen. Allerdings bald für mehr Gehalt, hofft er. 

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