Die finanzielle Lage der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach ist angespannt. Vor wenigen Wochen hat die Kommune vorsorglich eine Haushaltssperre verhängt. Grund dafür sind mehrere Faktoren: geringere Schlüsselzuweisungen, eine gestiegene Kreisumlage an den Landkreis, deutlich gesunkene Gewerbesteuereinnahmen und Fördermittel, die nicht in der erwarteten Höhe eingehen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Weißkopf-Museum. Die Sanierung des ehemaligen Landgerichts gilt in Leutershausen als Herzensprojekt der Stadt. Während der rund dreijährigen Bauzeit stiegen die Kosten jedoch deutlich. Gründe dafür waren unter anderem Schadstoffbelastungen im Gebäude, gestiegene Baupreise und Verzögerungen durch Insolvenzen beteiligter Firmen. Insgesamt entstanden dadurch rund zwei Millionen Euro Mehrkosten.
Für diese zusätzlichen Kosten hatte die Stadt weitere Fördermittel beantragt und mit einer hohen Unterstützung gerechnet. Im Raum standen 1,76 Millionen Euro. Die Regierung von Mittelfranken stellt jedoch klar: Dabei handelte es sich nicht um eine endgültige Förderzusage, sondern um eine sogenannte Rahmenbewilligung. Diese legt lediglich den finanziellen Rahmen fest. Erst nach der Prüfung des Verwendungsnachweises steht fest, welche Kosten tatsächlich förderfähig sind.
Bürgermeister Markus Liebich räumt rückblickend ein, dass die Erwartungen an die zusätzliche Förderung möglicherweise zu optimistisch waren. Gleichzeitig betont er, dass die Fördermittelgeber keinen Fehler gemacht hätten und die Stadt Gespräche entsprechend interpretiert habe.
Die angespannte Haushaltslage hat direkte Folgen für Leutershausen. Die Stadt muss ihre Investitionen für die kommenden Jahre genau prüfen. Geplante Projekte wie die Sanierung der Grundschule, der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses oder eine neue Kindertageseinrichtung könnten sich dadurch verzögern.
Die Stadt will künftig vermeiden, dass durch unklare Erwartungen an mögliche Förderungen Missverständnisse in der Bevölkerung entstehen. Wie hoch der Zuschuss für die zusätzlichen Kosten des Museums am Ende tatsächlich ausfällt, ist derzeit noch offen. Die Prüfung durch die Regierung von Mittelfranken läuft weiter. Fest steht jedoch: Mit den ursprünglich erwarteten zusätzlichen 1,76 Millionen Euro kann die Stadt aktuell nicht sicher planen.